Thursday - A City By The Light Blinded
Thursday - A City By The Light Blinded (Universal Music)
review by claus

 

Es gibt etliche Bands, die man als Vorreiter des Emo sehen kann. Jedoch keine hat diesen Stil so geprägt wie Thursday. Dennoch muss man den heute kitschigen Emo vom Ursprünglichen trennen, wie die Spreu vom Weizen. 1997 haben sie einen Vertrag mit dem Hardcore Label Eyeball abgeschlossen, und haben zwei Jahre darauf ihr Debüt ‚Waiting’ veröffentlicht, damit konnten sie später ganze Hallen füllen. Man spielte schon früh mit At The Drive In, Hot Water Music und sogar als Support Act für The Cure. Zwei Jahre danach folgte dann ihr heiß umworbenes Victory Records Release ‚Full Collapse’ und sicherte den nun weiteren Erfolg der Band. Im Jahre 2003 folgte ihr Album ‚War All The Time’, welches von vielen kritisch betrachtet wurde und es danach leider ruhig um die Band wurde. ‚A City By The Light Blinded’ ist ihr neuestes Album, und man hat einen Gang rausgenommen.

Wer auf diesem Album die nahtlose Fortsetzung der ‚Full Collapse’ erwartet, liegt hier komplett falsch. Man hat sich auf die Fahnen geschrieben, ausgereiftere und vielfältigere Musik zu fabrizieren, jedoch sich nicht wie bei älteren Veröffentlichungen ausschließlich auf den Gesang zu konzentrieren. Man könnte sich denken, nachdem man auf ein Majorlabel wechselte, dass man dazu genötigt wurde, etwas anderes zu spielen, dem ist nicht so. Steigen wir doch gleich beim zweiten Song ‚Counting 5-4-3-2-1’ an, den man sich vorher als Geschmackshäppchen herrunterladen konnte. Stimmlich hat sich das Ganze sehr geändert. Bei diesem Song kann man wundervolle Klangstrukturen heraushören, technisch passt hier alles wie der Schlüssel ins passende Schloss. Hierbei wurden viele Extras wie ein Piano oder künstliche Effekte eingebettet. Ein Gesang, der sich auf ruhige Töne besinnen kann, Gitarren, die sich nahtlos und tadellos anpassen, versprühen eine Wirkung, die man so nicht erwartet hätte. Sehr an die ‚Full Collapse’ lässt ‚At This Velocity’ erinnern, welcher sich gut an das Release hätte anschmiegen können, aber viel ausgereifter ist. Jedoch ist dieses Album viel ruhiger geworden, was man an Songs wie beispielsweise ‚Running From The Rain’ oder ‚The Lovesong Writer’ bemerken kann. Das Album beinhaltet elf Songs und wurde vom Produzenten Dave Fridman produziert, der den instrumentalen Part sichtlich in den Vordergrund gestellt hat. Das Thema von ‚A City By The Light Blinded’ handelt von all den Facetten einer Großstadt, wobei es darum geht, alltägliche Arbeit in Bürohäusern zu beleben, und der Liebe, die dabei in den Hintergrund gerät, in den Vordergrund zu stellen. Das wird in den Texten deutlich zum Ausdruck gebracht. Lustigerweise befindet sich auf dem Album ein Song, der davon handelt, wie es ist, über dieses Thema zu schreiben.

Fazit: Die größte Veränderung bei diesem Album liegt wohl darin, dass man sich wirklich auf vielfältige, einfallsreiche und kreative Musik konzentriert, und andererseits den Gesang von Geoff Ridley in seiner vollen Vielfalt darstellt. Ein Album, was man nach Releases wie ‚Full Collapse’ und auch ‚War All The Time’ nicht erwartet hätte. Dieses Album braucht mehrere Durchläufe, bis es sich festsetzt. Es sei das Album gewesen, welches sie gerne vor der ‚’War All The Time’ gehabt hätten, meint der Sänger dazu. Leider vermisst man den unglaublich verzweifelten Gesang, er taucht glücklicherweise ab und zu mal auf, doch vermisst ihn. Was man feststellen kann, ist, dass sich Thursday weiterentwickelt haben, und es bei dem Album deutlich zum Vorschein kommt. Zusammen mit den Instrumenten haut das gut hin. Nichtsdestotrotz kann man bemängeln, dass es einfach zu ruhig abgeht. Wer auf die alten Sachen der Band steht, wird sich wundern, was auf ihn zukommt, dennoch wird es ihn fesseln.

10 /12