The Classic Struggle - Fell Like Hell
The Classic Struggle - Fell Like Hell (Metal Blade Records)
review by dominik

 

„Feel Like Hell“ heißt der erste Longplayer dieser Band aus Amiland. Herausgekommen ist er auf Metalblade, so dass man eigentlich was erwarten darf. Faul war das Quintett auch nicht, hat es 12 Songs geschrieben, die insgesamt fast eine ganze Stunde dauern. Die Band gibt es schon seit Mai 2002 und mit nur einem Wechsel an der Gitarre könnte man meinen, sie hätten genug Zeit gehabt, ihren eigenen Stil zu finden. Aber, um es vorweg zu nehmen, das Rad wird hier mit Sicherheit nicht neu erfunden. Vorgelegt hat man eine Metalcore-Scheibe der metallischeren Art, die stark an The Black Deliah Murder, Neaera und härtere At The Gates erinnert. Nun gut, runder würde das Rad ohnehin nicht mehr, aber direkt beim ersten Lied beschleicht einen dieses Gefühl von „schon einmal gehört“ und das verlässt einen auch nicht mehr.

Los geht es mit dem „Death March“. Ohne wirkliches Intro wird einem direkt die erste Doublebase-Attacke um die Ohren gehauen, schön im Stakkatorhythmus, dann setzen nacheinander Gitarren und schließlich der kreischige Gesang ein und irgendwann wird auch das Tempo ordentlich erhöht. Die schnelleren Parts sind geprägt von melodischen Gitarrenparts, die wieder stark nach vorherigem Schwedenurlaub klingen, dann wieder tonnenschwere Moshparts, natürlich inklusive der bereits genannten Doublebase. Die einzelnen Parts sind alle auch gar nicht schlecht, es gibt auch etwas Abwechslung wie der sehr ruhige Beginn von „Amen To Artillery“, der sich dann langsam steigert. Auch an den Riffs ist in dem Moment, in dem man sie hört, eigentlich nicht viel zu meckern. Der Schlagzeuger ist schnell und knüppelt ordentlich. Aber insgesamt kommt trotzdem irgendwie kein gutes Album herum, was vielleicht gar nicht so sehr an The Classic Struggle liegt, denn an der Konkurrenz, die bereits jedes Riff und jeden Moshpart arrangiert, modifiziert und kopiert hat. Und etwas neues, eigenständiges, was einen dazu bringen würde, gerade diese Metalcore-Platte zu empfehlen, fehlt leider. Vielmehr driften die Songs häufig in ein unstrukturiertes Geknüppel ab, das vielleicht chaotisch anmuten soll, aber doch eher nervt. Die Stimme von Sänger Tim Zlinsky, meist kreischend, dann wieder runtergestimmt, ist zwar am Anfang nett anzuhören, auf Dauer aber schon etwas eintönig und vor allem die Eigenart, die kreischigen Parts am Ende immer etwas in die Länge zu ziehen, bringt mich, einmal entdeckt, auch mittlerweile eher zur Weißglut. Die Moshparts dagegen rocken. Die Mische aus Mosh, Doublebase und melodischen Gitarrenparts ist zwar nicht neu, klingt auch nicht neu, geht aber – wie immer – gut runter.

Insgesamt hätten die Songs etwas knapper ausfallen können, man hätte sich auf das Wesentliche konzentrieren sollen, das hätte dem ganzen wohlgetan. So zuckt gerade wegen der Gesamtlänge von einer Stunde manchmal der Finger nervös Richtung Skiptaste. Auch wirkt das Album etwas schablonenhaft, was aber wiederum daran liegt, dass in diesem Metier alle Schablonen bereits verteilt wurden. Alles in allem ist The Classic Struggle ein ordentliches Metalcore-Album, bei man nicht viel falsch machen, aber so wirklich richtig auch wieder nicht.

8/ 12