The
Abominable Iron Sloth zeigen mit ihrem gleichbetitelten Album,
dass man auch langsam ans Ziel kommt und für ein gutes Album
nicht immer neue Geschwindigkeitsrekorde brechen muss. Die ganze
Scheibe besteht aus neun Stücken, allesamt nicht sehr lang, so
dass die Gesamtspielzeit nur eine knappe halbe Stunde beträgt.
Die
Band wurde ursprünglich von zwei Leuten gegründet, Schlagzeuger
Cayle und Justin an der Gitarre, der zugleich für die Vocals zuständig
ist. Aufgestockt zu einem Quintett wurden sie durch Mitch, Mike
und Jeff, die sich ansonsten bei den hervorragenden Will Haven tümmeln,
was der Band einige Vorschusslorbeeren einbringt. Damit man sich
auch sonst nicht an allzu viele neue Menschen gewöhnen muss,
haben sie die Platte von Eric Stenman mischen lassen, der schon
bei den Deftones, aber eben auch bei Will Haven seine Fittiche
schon im Spiel hatte. Der Vergleich zu Will Haven drängt also
sich auf und es gibt wirklich Gemeinsamkeiten, vor allem die düstere
Grundstimmung. The abominable sloth schalten aber noch einen
deutlichen Gang zurück, die Songs sind sehr schleppend, langsame
sich wiederholende Grooves, die sich immer weiter und weiter
winden. Gegen diesen tonnenschweren Bulldozer stemmen sich
teilweise melodische Gitarrenparts, manchmal ein sperriger,
noisiger Teil und dann noch die kreischige Stimme des Sängers.
Aber stilbildend und alles andere verdrängend ist diese dunkle,
schleppende Öde, die Wiederholungen, die Monotonie. Teilweise
bewegen The Abominable Iron Sloth sich dabei scharf an der Grenze
zur Langeweile, doch schaffen sie es, im richtigen Augenblick das
Ruder herumzureißen, die Spirale weiterzudrehen und manchmal
sogar das Tempo zu erhöhen wie beim ersten Song „Hats made of
Veal and That New Car Scent“. Oder wie in „ A Distand Pond
....“, wenn plötzlich eine ruhige, melodischere und fast schon
entspannte Passage eingeschoben wird, um dann zum
selbstzerfleischenden Untergangssound zurückzukehren. Dieser wird
abgerundet durch apokalyptisch anmutende Texte (ob die alle so
ernst gemeint sind, sei mal dahingestellt, einen Song „Paris
Hilton and other flaws inherent to Wealth“ zu nennen, dessen
Text aus drei Worten besteht: „Run.slut.run“, ist auf jeden
Fall einen kleinen Diskussionsabend in der politisch korrekten Pädagogen-WG
wertJ).
Abgerundet
wird das Bild von einem sehr geilen Artwork, einer Art Horrorcomic
in schwarz-weiß, in welchem die Geschichte des Abomiable Iron
Sloth, einem Urzeitmonster, erzählt wird. Eine Geschmacksprobe
des Comics als auch einen Song kann man auf der offiziellen Seite
der Band erhalten, www.ironsloth.com.
Mir gefallen gerade die beiden oben genannten Titel besser, aber
“I Am The Carcass” ist auf jeden Fall repräsentativ. Es könnte
sein, dass manch einem die Platte insgesamt etwas zu einheitlich
und monoton klingt. Mir gefällt sie sehr gut und man sollte dem
Undergroove-Label für den guten Riecher gratulieren.
8/
12