Shelter - Eternal
Shelter - Eternal (Goodlife Records)
review by claus

 

Shelter braucht man nicht großartig vorzustellen, denn wie man weiß, ist es die zweite Band von Ray Cappo, dem ehemaligen Sänger von Youth Of Today. Youth Of Today gelten neben Minor Threat und den Gorilla Biscuits zu den Gründern des Hardcores. Schon seit fünfzehn Jahren besteht die Band und hat heute eine ungewöhnliche Besetzung, denn wo vorher fünf Leute in der Band spielten, sind es jetzt nur noch drei. Neben Ray Cappo am Mikrofon sind ausserdem noch Ken Olden (Better Than A Thousand) und Dave DiCenseo (Cro Mags) bei Shelter vertreten. Nach der Veröffentlichung von ‚Mantra’, welches 1995 erschien, gelang ihnen der Durchbruch, der ihnen zu weltweiten Touren verhalf. ‚Eternal’ ist bereits ihr achtes Album. Ein Album, das den alten Spirit dieser Band wieder an die Oberfläche holt.

Musikalisch gesehen sind Shelter nicht schwer zu beschreiben, denn man benutzt ja nur eine Gitarre und ein Schlagzeug. So ergibt sich eine gelungene Mixtur auf poplastigem Hardcore, der eigentlich nur durch den abwechslungsreichen Gesang von Ray Cappo gekennzeichnet ist. Der besagte Herr besitzt eine natürliche Stimme, die hoch ist und sehr emphatisch durch den Verlauf der ‚Eternal’ wirkt. Diese Stimme hat sich glücklicherweise im Verlauf all ihrer Releases nicht großartig verändert, dieses verleiht der Band einen ungeheueren Wiedererkennungswert und stellt von der ‚Mantra’ und ‚Beyond Planet Earth’ eine Fortsetzung dar. Die Musik auf diesem Album wird nie langweilig, denn man hat einen Sound gebaut, der abwechslungsreich, melodisch und durch Ray Cappo richtig gut klingt. Besonders spürt man das bei Tracks wie ‚Eternal’ oder ‚My Chance To Live’, die mit feurigen Gitarren anfangen, einem Drummer, den Cappo als ‚the drum professor’ beschreibt, der sich wunderbar an die Atmosphäre anpasst. Songs, die eigentlich nur gute Laune verbreiten, aber auch sehr nachdenklich stimmen können. Ein ruhiger Song hierbei ist ‚Back To Vrindavan’, der sehr langsam und einen besänftigten Sänger hat, der zusammen mit der Stimme von Ken Olden aus diesem Muster von Shelter ausbricht. Ein absolut gutes Lied ist ‚In Defense Of Reality’, ein Remake vom ersten Track ihrer ersten Scheibe aus dem Jahre 1991 ‚Quest For Certainty’, der eigentlich durchwegs nur eine Melodie besitzt, mit dem empahischen Gesang und der schneller Musik sehr einprägend ist, und man nur noch darauf aus ist, ihn live zu bestaunen.

Besonders bei Shelter besteht der Hang zum Hinduismus, der aus allen Poren herauskommt. Ray Cappo, dem es nach der Auflösung von Youth Of Today nach Indien zog, kam als Jünger Krishnas zurück und bildete mit John Porcell die Band. Auf allen Artworks sind hinduistische Zeichnungen abgebildet, und im Logo der Band ist ein Karma Zeichen zu betrachten. Wie könnte es anders sein, ist auch auf dem neuen Album ‚Eternal’  Shiva, eine der wichtigsten Formen des Göttlichen des Hinduismal dargestellt. Auf die Texte werde ich nicht eingehen, weil Religion, im Musikbereich, eigentlich nichts zu suchen hat.

Fazit: ‚Eternal’ ist das neueste Album von Shelter, um den Frontmann Ray Cappo. Vorweg ist zu erwähnen, dass sie weder an Kraft noch an Energie verloren haben. Das Album besitzt elf Songs, und die Produktion wirkt als wenn sie von älteren Releases stammen würde. Nach einer langen Pause, in der Ray Cappo als Yoga- und Ernährungslehrer arbeitete, ist das neue Release endlich da. Gesanglich hat sich das Ganze etwas weiterentwickelt, und die neue Besetzung hat sich nicht negativ ausgewirkt. Wir haben hier ein Album, dass sehr melodisch, intensiv und vor Leidenschaft nur trieft. Ein Album, was man sich als Fan älterer Scheiben von Shelter unbedingt kaufen muss. Shelter sind nicht nur auf Platte sehr lohnenswert, sondern auch bei Konzerten. Also wer beim diesjährigen With Full Force Festival ist, sollte sich diese Band auf keinen Fall verpassen.

11 /12