Royden - Best Friends Our Worst Enemies
Royden - Best Friends Our Worst Enemies (Hopeless Records)
review by henny

 

Hopeless veröffentlichen mit Roydens erster EP eine Platte, die es bereits 2004 schon einmal gab.  Anschließend folgte jede Mange getoure als Vorband von My Chemical Romance in den Staaten, was ihnen schon damals eine breite Fanschar brachte. Die Neuauflage von Hopeless Records ist vor allem Appetizer für das erste Album der Emocombo, das im Sommer erscheinen wird. Dann steht zu erwarten, dass die Band aus New Jersey auch Europa mit ein paar Gigs beehren wird.

Obwohl Roydens Mitglieder noch recht jung sind und erst in wenigen Bands Erfahrung sammeln konnten, klingt die EP sehr homogen und professionell. Die Songs strotzen durchgehend vor mitreißenden Melodien und Ideen. Man bedient sich nicht gerade schüchtern, aber auch nicht beliebig aus verschiedensten Genres von Metal-Anleihen bis zu Gitarrenpop. Während der erste Song “Ghosthouse 1922” sehr an Bullet For My Valentine oder Thursday erinnert und sich gerade durch kompaktes und melodisches Gitarrenspiel auszeichnet, klingt das zweite Stück “Murderer Of An Albatross” fast wie eins von Alkaline Trio. Sogar eine Ballade haben Royden auf der 5-Song-EP untergebracht. “Carabella” heißt sie, steht an vierter Stelle und zeichnet sie wie alle anderen Songs auch vor allem durch den verzweifelten und leidenden Gesang aus. Auf Geschrei und Gebrülle dagegen verzichtet der Frontmann gerne; und überhaupt finden sich aggressivere Ansätze nur im Hintergrund. Leider klingt der Gesang dafür oft genug sehr sehr quakig und verdirbt die Atmosphäre der Songs völlig.

Einen Pluspunkt bekommen Royden dagegen für die abwechslungsreichen Lyrics. Anstatt sich über trockenes Boy-meets-Girl-Gedöns auszulassen gibt es zB Visionen von toten Mädchen, die in Krankenhäusern tanzen. Oder  über Angriffe von Robotern, und im nachfolgenden Song geht es dann um ein Kind, dass sich in einemSchrank versteckt während der Roboter, der gerade dessen Eltern getötet hat, das Haus durchsucht. Dazu passend wirkt auch das Artwork verspielt und bunt. Das Cover zeigt ein Comic Fabelwesen, auf dem Backcover krächzt ein Comic Albatross die Titel der Songs heraus. Leider bleiben an der Platte auch einige Kritikpunkte: So ist es leider ziemlich offensichtlich, dass die Musik von Royden sich vor allem an der Zielgruppe pubertierender Mädchen orientiert und daher für Liebhaber sanfterer Töne kaum von Interesse sein dürfte. Dazu sind die Songs zu leicht konsumierbar, wirken zu konstruiert und sind zu einfach gestrickt.

Zusammendfassend sind Royden mit Sicherheit eine mit Vorsicht zu genießende Band. Die Songs der EP sind zwar alle gut und abwechslungsreich, aber viel zu süßlich um wirklich ernst genommen zu werden. Die EP wird auf Dauer sehr langweilig, sodass man sich schnell daran überhört. Genau das ist auch der Grund dafür, dass diese Platte mit der Volljährigkeit sehr schnell im Plattenregal verstauben wird. Also lieber erst gar nicht kaufen, denn lange wird man daran keine Freude haben.

4 /12