Riotbeatshot - Brutality Wears A Uniform
Riotbeatshot - Brutality Wears A Uniform
review by florian
 

Riotbeatshot aus Essen, so die Labelinfo, spielen “druckvollen, aggressiven Hardcore”, mit Texten um “sozialkritische Themen”.

Das verspricht auch das Cover. Polizisten im Kampfanzug mit gezückten Knüppeln und Soldaten mit geschultertem Gewehr. Insgesamt ziemlich schick und aussagekräftig, wenn auch nicht besonders originell. Also Cd eingelegt und dann gibt’s eine Überraschung. Wer bei der Beschreibung des Stils und der Herkunft der Band tough-guy Mosh erwartet, wird sich erstmal wundern.

Riotbeatshot spielen eher Crossover im traditionellen Sinn (Ecke Downset, Rage against the Machine mit rohem Hardcore) und die Einflüsse sind vielfältig! Heftige Parts mit kehligem Gebrüll findet man ebenso wie klassische Metallicks. Immer wieder unterbricht die Band diese mit ruhigeren, fast jazzigen Passagen mit Sprechgesang, die mich sofort an Rage against the Machine denken lassen (deren „Fistful of Steel“ offensichtlich auch Vorbild zum Opener „Niye?“ war). Hin und wieder zieht man das Tempo an, um dann im nächsten Moment weiter im Midtempo vor sich hin zu grooven. Hin und wieder singt Yakub richtig, dann brüllt er, um im nächsten Moment wieder zu rappen (oder so ähnlich…).

Die Sprünge zwischen den Stilen sind häufig, fallen aber nicht negativ auf, weil die Band es trotz der breit gefächerten Einflüsse schafft, die Songs wie aus einem Guss wirken zu lassen. Deswegen wirkt „Brutality wears a Uniform“ sehr, ähm „real“, man hat an keiner Stelle das Gefühl, die Band suche krampfhaft nach originellen Ideen.

Ein bisschen unzufrieden bin ich trotzdem. Vielleicht mit dieser Geradlinigkeit mit der die Band zwischen HC und „Sprechgesangspassagen“ wechselt. Das überrascht am Anfang, wird aber bei Durchhören schnell durchschaubar.

Dass „Brutality wears a Uniform“ für mich musikalisch insgesamt etwas fade wirkt, liegt vielleicht auch an der Besetzung mit nur einer Gitarre. Die lauten Teile klingen zu dünn, daran ändert auch der wirklich krasse Gesang von Yakub nichts. Der „aggressive“ Funke will nicht so richtig überspringen, die Hardcore Seite der Band wirkt auf mich nicht überzeugend. Das führt dazu, dass auch die eigentlich gut gemachten „Crossover“- Stellen in den Hintergrund treten. Eigentlich sehr schade, denn ich glaube genau hier würde die Stärke der Platte liegen.

Insgesamt ist „Brutality wears a Uniform“ eine Platte, der man vom handwerklichen Standpunkt aus nichts vorwerfen kann, eingespielt von einer sympathischen, jungen Band. Nach längerem Durchhören wirkt sie jedoch leider etwas uninspiriert, was auch die konsequente und ehrliche Umsetzung des Crossover nicht mehr ändern kann…

 

6/12 Punkte

 

 

Tracklist:

01.  Niye?

02.  Share a Grave

03.  Brutality (wears a Uniform)

04.  Helpless

05.  Fugitive Romance

06.  Rituals

07.  Duvar

 

www.riotbeatshot.de

www.bomback-records.de

www.ks-musik.de