Raised Fist - Sound Of The Republic
Raised Fist - Sound Of The Republic (Burning Heart Records)
review by claus

 

Kaum eine Band hat mich musikalisch so stark beeinflusst wie Raised Fist aus Schweden. Lange hörte man nichts mehr von der Band, die ihr letztes Album ‚Dedication’ vor vier Jahren herausbrachten. Bisher durfte man sich aber schon an vier Alben erfreuen und ‚Sound Of The Republic’ ist ihr neuestes Werk, das demnächst von Burning Hearts Records an den Mann gebracht wird. Ungewöhnlich sind sie ja schon, wenn man ein Angebot von einem gewissen Herrn Ozzy Osbourne ablehnt, der ihnen angeboten hatte, auf dem Ozzfest zu spielen. Man könnte sie als dämlich bezeichnen, wenn sie es nicht vorziehen mit Black Sabbath zu spielen. Nein, das sind Raised Fist, eine Band, der es vordergründig alleine um die Musk geht. Auch ist sie eine der wenigen Bands, von der man sagen kann, sie spielen Metalcore.

Raised Fist existieren seit dreizehn Jahren und sind ihrem Stil bis zum Release ‚Dedicated’ treu geblieben, da ging es rabiater zu, also sie haben mehr Wert auf den Metalanteil gelegt. Sie haben es bis dahin verstanden, Metal und Hardcore in eine Schublade zu packen und nicht hinein gepackt zu werden. Die Musik von Raised Fist kann man eigentlich mit zwei Worten bezeichnen : schell und kompromisslos. Was die Band wirklich ausmacht, ist die Stimme von Sänger Alexander ‚Alle’ Hagman. Ein gestandener Mann mit einer kräftig hohen Stimme, der lautstark ins Mikrofon brüllt und keinen Stimmbruch dabei erleidet. Die ‚Ignoring The Guidelines’ ist das dritte Album gewesen, und ist einer meiner absoluten Lieblingsalben. Es werden weder Kompromisse noch  Ruhepausen gemacht. Die Songs mögen vielleicht den gleichen Aufbau haben, und die Texte mögen simpel gestrickt sein, aber genau die Messsage kommt mit den Melodien der Gitarren gut rüber. Auch coverte man beispielsweise Gorilla Biscuits ‚New Direction’. Die Texte waren einfach geschrieben und die Aussage kam direkt rüber, beste Beispiele dafür sind Tracks wie ‚Envy Is Dangerous’, wo folgendes zu lesen ist: ‚You are not better than me, I am not better than You’. Entweder man mag diesen brachialen Sound und die Haltung sofort, oder man hat Pech gehabt. Bei ‚Sound Of The Republic’ wird schön experimentiert, und man bekommt ruhige Stellen auferlegt und Sänger Alexander brüllt nicht, sondern singt beim Lied ‚Some Of These Times’. Auffallend ist besonders die Stimme, die clean und dann aber wie gewohnt schreiend ist. Nach dreizehn Jahren Bandgeschichte haben Raised Fist einen neuen Weg eingeschlagen, was der eine oder andere bei den vorherigen Scheiben vermisst hat. In der Zwischenzeit hat man den alten Schlagzeuger durch Matte Modin, der vorher bei Dark Funeral als Drummer fungierte, ausgetauscht. Textlich gesehen, ist das Album vielseitiger geworden, als es voher der Fall war. Hauptsächlich geht es darum, dass eine Band dazu da sein sollte, um zu musizieren, und sich nicht vor Konzerten zu schminken und an Ruhm denken. Sie appelieren, dass sie wieder zurück sind, mit all ihrer Hingabe zur Musik. Ich lüge auch nicht, wenn ich sage, dass Alexander sechs mal in der Woche als Thaiboxer trainiert, um für Konzerte so fit wie möglich zu sein. Für die Produktion von ‚Sound Of The Republic’ zeichnete sich Daniel Bergstrand aus, der auch schon für In Flames und Strapping Young Lad gearbeitet hat.    

Fazit: Vier Jahre lange musste man sich auf ein neues Album, der schwedischen Hardcore Band Raised Fist gedulden. Jetzt ist es draussen, und ein Fazit soll gezogen werden. ‚Sound Of The Republic’ ist anders als alles was vorher war, es werden Kompromisse und Ruhepausen gemacht. Der größte Unterschied liegt vorallem im Gesang, der sich vielschichtig gestaltet. Neben der Musik fallen Raised Fist durch ihre Attitüde gegenüber dem Musikbusiness auf. Die Band lehnte ein Angebot von Ozzy Osbourne ab, was den sicheren Aufstieg in ihrer Karriere bedeutet hätte, das zeigt wie ernst sie sich selbst nehmen, und verdient viel Respekt. Bald werden sie nach jahrelanger Abstinenz Deutschland beehren, und ich freu mich wie ein kleines Kind, sie endlich mal in Aktion erleben zu dürfen. Die Tour mit Comeback Kid wird bestimmt ein Highlight werden.

 

11 /12