Psyopus - Ideas of Reference

Psyopus - Ideas of Reference

(Reflections - 2005)

review by florian

Aaaaaahhhh, stop, aufhören! Diese Platte ist auf Reflections, dem Label von Malkovich und Face Tomorrow? Ach ja, hier stehts ja: "Most extreme Reflections Records release to date!"

Was Psyopus aus Rochester, NY hier abliefern, das ist wirklich der absolute Wahnsinn. High-Speed Grind, der so schnell ist, daß einem hören und sehen vergeht und selbst das Bandinfo spricht von einer 'absurden' Gitarrenarbeit zu vergleichen mit den üblichen Verdächtigen Dillinger Escape Plan und Mike Pattons Mr. Bungle. Von der Metal Seite fallen mir Monstrosity ein.

Absurd ist hier auf keinen Fall negativ gemeint. Ich ziehe meinen Hut vor dieser Band. Alleine die musikalischen Fähigkeiten sind übermenschlich. Nicht nur, daß ich mich immer frage, wie man sich als Musiker solche Songs überhaupt merken kann, alleine der Drummer zählt zu den absolut schnellsten, die ich je gehört habe. Daß er sich nicht auf stumpfes Geknüppel beschränkt, lässt sich auf den Rest der Band übertragen. Sauschnell, aber technisch immer einwandfrei. Andernfalls wären die wirklich komplexen Songs wohl auch in unerträglichen Krach versunken.

So passt jede Grindorgie, jeder Death-Metal Moshpart, jedes noch so absurde Zwischenspiel, man höre nur mal den Track "Lmogens's Puzzle", in das Gesamtwerk. "Ideas of Reference" stellt sich dann nicht mehr als chaotische und manische Lärmwand dar, sondern als wirkliche Sammlung von symbolischen Zeichen, den Songs, und ihren Entsprechungen, den Textinhalten. Die Gestaltung des Covers vertieft dieses Thema nicht nur graphisch, in dem es das "Bewusstsein" der Texte vom "Unterbewussten" der Thanks-List trennt, sondern indem es selbst symbolische Akzente setzt, zum Beispiel für den Song "Mirrorrim".

Insgesamt ergibt sich damit ein Konzept, das hinter "Ideas of Reference" steht. Psyopus' Songs sind ein Abbild der Absurdität und oberflächlichen Sinnlosigkeit der Existenz. Sie bezeichnen das Unterbewusste und damit das Unberechenbare und Unkontrollierbare. Selten geht eine Metalplatte so tief!

Aber wie das mit der Kunst so ist, für alle, die von postmoderner Strukturanalyse und ähnlichem Blabla nix halten bleibt es chaotischer Krach.

9/12 Punkte

www.psyopus.com

www.reflectionsrecords.com