Ihre
erste offizielle Show spielten The Ocean im Juli 2002 mit drei
klassischen Live Instrumentalisten (Cello, Posaune und Querflöte)
vor 300 Leuten in Berlin, und erhielten darauf massig an positiver
Kritik. Im Jahre 2001 nahmen sie ihr Demo auf, und jetzt, knapp fünf
Jahre danach erscheint ihr zweites Album ‚Aeolian’ auf Metal
Blade Records. Davor gab es eine Ep und 7“s, unter anderem mit
Burst. Sie selbst tendieren sich The Ocean Collective zu nennen,
worauf ich später noch eingehen werde. 2004 tourten sie bereits
mit Nasum und Cult Of Luna.
Das
Album ‚Aeolian’ wurde 2004, wie ‚Fluxion’ in einer
Mammutsession aufgenommen, die von Anfang 2004 bis Juli 2005 im
eigenen Oceanland Studio eingespielt. Das Ganze wurde
gemastert von Magnus Lindberg, der Gitarrist von Cult Of Luna, im
Tonteknik Studio in Schweden. Die beiden ersten Releases
‚Fogdiver’ und ‚Fluxion’ legten großen Wert auf den
orchestralen Part, bei dem die Stimme etwas in den Hintergrund
trat. Der Sänger von den nicht mehr existierenden Breach, Tomas
Hallbom stand letztes Jahr für einige Gastauftritte bei den
Auftritten der berliner Jungs zur Verfügung, von denen er sehr
begeistert schien. Insgesamt beteiligen sich sechs Sänger an dem
53- minütigen Werk. Als Gastsänger gehören Tomas Hallbom
(Breach), Nate Newton (Converge / Old Man Gloom) oder auch Ex- Coalesce Frontmann Sean Ingram dazu, vielleicht kommt man jetzt
dahinter, warum sie sich selber ‚The Ocean Collective’ nennen.
Im Gegensatz zu ‚Fluxion’wird die Atmosphäre mit der Fülle
von Stimmen aufgebrochen. Die Band musikalisch einzuordnen ist
nicht ganz einfach, und sie in eine Schublade zu packen, wäre
nicht denkbar. Soundmäßig ähnelt er stark an den von The
Dillinger Escape Plan. Fachsprachlich würde sich das Ganze dann
Mathcore nennen.
Das
neue Album ‚Aeolian’ von The Ocean (Collective) ist ein sehr
interessantes und faszinierendes geworden, was sich aber nicht
beim ersten Anhören, nicht gleich erkennen lässt. Dieses Album
geht schwer durch den Magen, doch wenn man einmal angefangen hat,
verschlingt es einen und lässt ihn nicht mehr los. Schon allein
durch die sechs (!) Sänger wirkt es mehr als ein Kunstwerk, als
ein Metalalbum. Noch hervorzuheben ist das Cover, dafür war Martin
Patton verantwortlich (Mike Patton). Das Booklet umfasst 16
Seiten, das Aussenteil wurde auf schwere Pappe gedruckt, verziert
mit Wolkenbildern und der Innenteil gedruckt auf hauchdünnem
Papier, und die Schrift im Stile alter Gutenberg Bibeln. Umzogen
wird das ganze von Kvamme Illustrationen, dies passt genau zum
Musikverständnis der Band. Also ich spreche hier eine deutliche
Kaufempfehlung aus.
11 /12