November Coming Fire - Dungeness
November Coming Fire - Dungeness (Reflections Records)
review by dominik

 

November Coming Fire waren gerade auf Deutschlandtour mit den Doomriders und Rise and Fall und eigentlich müsste ich die Band auch gesehen haben. Doch das, was ich damals auf der Bühne gesehen habe und was sich hier auf der Platte findet, passt irgendwie nicht wirklich zusammen, denn ersteres fand ich ziemlich lahm und langweilig, die Platte dagegen eher mitreißend, was nicht so ganz unter einen Hut passt.... 

Egal, November Coming Fire kommen auf jeden Fall aus Großbritannien, ein an Hardcorebands eher unterrepräsentiertes Fleckchen Erde. Das Quintett hat sich 2003 gegründet und bringt nun auf Reflections ihr erstes Album in voller Länge heraus. 12 Songs setzen sie uns hier vor, insgesamt gut 40 Minuten. Dabei variiert die Länge der Songs erheblich. „That Black House Made Of Rubber” ist keine Minute lang, “Mascot” dagegen epische siebeneinhalb. Die Songs sind auch sonst sehr abwechslungsreich, man kann den Sound insgesamt wohl als Screamo bezeichnen, was vor allem an Sänger Gareth liegt, der mit schon fast pathetischer Stimme seine selbstzerstörerischen Texte an den Mann bringt. Die Stücke enthalten melodische Komponenten, dann wieder sehr sperrige, noisige Teile, manchmal erinnert das Ganze an Converge, dann wieder an eher rockigere Bands. Letzteres kommt vor allem bei „Argonaut“ zur Geltung, der schon fast das Prädikat tanzbar verdient und an Bands wie Complete und auch irgendwie an Lack erinnert. Andere Songs, vor allem der bereits genannte „The Black House...“ fallen durch einen typischen Mitgrölchorus auf, der auch sonst hier und da eingestreut wird. Song acht, „Instrumental No. 2“, ist dann, man soll es nicht glauben, ein Instrumentalstück. Der Sound ist aber eher sperrig, mit Soundschnipseln versehen und nicht das sonst häufig gesehene klaviergetragene, romantische Zwischenstück. „Mascot“ fängt wiederum ganz ruhig an, mit cleanen Gesangsparts (von denen der Sänger aber besser die Finger gelassen hätte, das Schreien liegt ihm mehr). Bis die Gitarren dann an Tempo zulegen dauert es ganze 4 Minuten, die schon etwas langweilig sind. Queenliest Dead ist dann ein langsameres, mehr und mehr aufbauendes und Schicht um Schicht zunehmendes Stück. Die Texte sind eher „emolastig“. Der Inhalt lässt sich einfach zusammenfassen: Die Welt ist schlecht, ich schlechter und beides zusammen zu ertragen geht dann gar nicht mehr. „Our hope of frozen smiles is lost in the winter of emptiness, abandon hope, embrace loneliness“, so die ersten Zeilen.

Insgesamt merkt man der Band den Spaß am Spielen und Experimentieren an, immer wieder kommt etwas unerwartetes. Dabei überwiegen die guten Passagen, manchmal greifen November Coming Fire“ aber auch etwas  daneben. Ein vielversprechende Band, die noch etwas zulegen könnte, aber auf jeden Fall einen ordentlichen Start hingelegt hat.

8/ 12