Nights Like These - The Faithless
Nights Like These - The Faithless (Victory Records)
review by claus

 

Nights Like These ist eine der frischen Bands auf Victory Records, welches momentan Releases von The Autumn Offering, Silverstein und Between The Buried And Me veröffentlicht. Die Jungs stammen aus Memphis, Tennessee, und bringen mit ‘The Faithless’ ihr Debüt an den Mann. Zwar ist die Anzahl der Auftritte mit bekannteren Bands noch nicht groß, doch hat man schon mit Größen wie Poison The Well, Bury Your Dead und A Life Once Lost gespielt. Eine Band, die nicht so recht in das Schema von Victory Records passen will, da sie Musik anbietet, die sich sehr nah dem Sound von Between The Buried And Me, The Red Chord und Converge annähert. Eine Band, die versucht, sich an die oben genannten Bands anzupassen, ihr es jedoch bis jetzt noch nicht wirklich gelungen ist.

Von der ersten Sekunde an spürt man den deutlichen Einfluss von Nights Like These durch Between The Buried And Me. Wer sich wage an das letzte Release ‚Alaska’ von Between The Buried And Me zurückerinnern kann, befindet sich in einer vertrauten Umgebung. Diese zeichnet sich auch hier bei ‚The Faithless’ durch eine schwankende Stimme, die sich ausbruchsartig entladen kann, einer Gitarrenfraktion, die mit knallenden Riffs diese chaotische Umgebung in Szene setzt und letztlich eines Drummers, der mit gezielten Double Bass Attacken den Rahmen des Ganzen bildet, aus. Jedoch vermisst man hier, also wenn man die beiden Bands miteinander vergleicht, die melodischen Gitarren Solos, die Between The Buried And Me mehr als bemerkenswert machen. Einen leichten Einfluss verspürt man von Converge, der hier nur selten zum Vorschein kommt, und besonders mit schnellatmigen Riffs daran erinnern lässt. Der vierte Track ‚Scavenger’s  Daughter’ fängt dermaßen vertrackt an, und will von Rhythmus nie etwas gewusst haben, folgt keiner gewissen Linie, wie man es von Bands wie The Red Chord her kennt, und schlüpft dann ausbruchsartig in ein komplett anderes Gewand, wenn man so will, dann entwickelt sich das vorangegangene Chaos in eine gewisse Harmonie, die jedoch nur von kurzer Dauer ist, und dann wieder darin übergeht, wie es begonnen hat. Im weiteren Verlauf von ‚The Faithless’ geht es genauso weiter wie es die ersten vier Tracks zuvor waren. Man bekommt eins um die Ohren gehauen, es geht weder ruhig noch geordnet zu. Was an diesem Album überhaupt nicht zu gefallen weiß ist, dass es nicht langlebig ist, und man sollte sich nicht wundern, wenn plötzlich der letzte Track gespielt wird. Aufgenommen wurde das Werk von Andreas Magnusson, der schon bei The Black Dahlia Murder und Scarlet an den Rädchen gedreht hat.

Fazit: Mit Nights Like These haben wir eine neue Band aus dem Hause Victory Records. Between The Buried And Me und Nights Like These sind hierbei Ausnahmeerscheinungen, die ihre eigene Marke besitzen. Aber Victory Records beweisen jedes Mal, was sie an wertvollen Bands doch haben. ‚The Faithless’ ist leider nicht das, was man auf dem Press Release lesen konnte, dabei werden sie mit Bands wie The Black Dahlia Murder, Converge und Darkest Hour verglichen. Nun ja, diese Einflüsse, die man hier zu hören bekommt, zeigen Ansätze der oben genannten Gruppen, jedoch sind diese auf ein Minimum beschränkt. Dieses mir vorliegende Album wirkt stellenweise etwas monoton, nur in wenigen Momenten hört bricht man aus dem Muster. Natürlich hat diese Band ein riesiges Potential, was ich ihr nicht streitig machen will. Wenn sie ein wenig mehr Stimmung hereinbringen würden, wäre dieses Release jedem zu empfehlen. Man kann gespannt sein, was Nights Like These mit ihrem nächsten Album auf die Beine stellen werden. Vielleicht sollten sie das nächste mal darauf achten, dass die Songs nicht wie im Flug vergehen. Ein Rohdiamant, der nur noch geschliffen werden muss.

9/ 12