Misery Signals - Mirrors
Misery Signals - Mirrors (Ferret Records)
review by claus

 

Kanada hat in den Jahren immer mehr musikalische Früchte hervorgebracht, wie Alexisonfire , Comeback Kid oder auch Misery Signals aus Milwaukee. Ihr erstes Album kam über das bekannte Ferret Records in die Läden und hob sich schon 2004 von dem ganzen Metalcore Hype ab. Mit dem anschließenden Erfolg des Albums ging man mit The Dillinger Escapse Plan, Bleeding Though oder Strapping Young Lad auf Tour. Nun kommt ihr zweites Album „Mirrors“ wieder durch Ferret Records heraus und verspricht ihr bisher bestes Album zu werden. Im Vorfeld hat man sich von Jesse Zaraska, dem Sänger, getrennt und durch Karl Schubach einen guten Ersatz gefunden. Das neue Album der jungen Kanadier ist durchweg impulsiv und voller Energie.

Ihr neuestes Album “Mirrors” haben Misery Signals mit einem neuen Sänger aufgenommen, der sich aber gekonnt sich an die gewohnte Umgebung der Musik der Band anpassen kann und sie sogar dahingehend erweitert, dass die Musik noch intensiver rüberkommt. Jede Band braucht mit der Zeit ein Erkennungsmerkmal, um nicht in Vergessenheit zu geraten. Und bei Misery Signals sind es eindeutig die Gitarren, die sich wunderbar an die bedrohliche Atmosphäre von ‚Mirrors’ anpassen und dem Ganzen einen ruhigen Touch geben. Auch ist das Hauptelement bei diesem Werk die Gitarrenarbeit, die die sogenannte Ruhe vor Sturm erzeugt. Gleich bei dem zweiten Song ‚The Failsafe’ spürt man die musikalische Urgewalt von Misery Signals. Die Präzision der Instrumente ist bemerkenswert und die einkehrende Ruhe bei vereinzelten Stellen bringt Beruhigung. Die Harmonie, die häufig zum Ausdruck kommt, verspricht dem Hörer seine nicht aufhörende Aufmerksamkeit. Insgesamt beinhaltet das Album Elf Songs, die sich recht gut zusammen passen und ein wie ein Puzzle passt. Der letzte Song, der gleich dem Albumnamen betitelt wurde, ist der längste Song auf dem neuen Album, und ist auch sogleich der ruhigste Track. Aufgenommen hat man ‚Mirrors’ bei Ben Schigel, der auch seine Hebel bei Bands wie Zao und Chimaira hatte.

Insgesamt ist das neue Werk von Misery Signals anders geworden, als ich es mir vorher gedacht habe. Der neue Sänger steht dem alten Sänger in nichts nach und bringt durch seine Stimme die Energie besser rüber. Was das Album aber wirklich bemerkenswert macht sind die Gitarren, in die man sich glatt verlieben könnte, da sie gut harmonieren und den Hörer in ihren Bann ziehen. Einziges Manko ist vielleicht die auftretende Monotonie, die bei längerem Hören entstehen kann. Ich bin gespannt, wann die Band mal wieder einen Besuch in Deutschland abstattet, ich freue mich jedenfalls darauf.

10/12