Malkovich - A Criminal Records
Malkovich - A Criminal Record
review by florian

 

Daß es richtig angesagte europäische Platten gibt, darüber lässt sich spätestens nach den Erfolgen von Bands wie Refused und Heaven Shall Burn nicht mehr streiten. Trotz des Erfolges des neuen EuroCore hört man aus den Niederlanden nicht so viel (ausser Born From Pain vielleicht).

Malkovich werden das ändern. Außer der Herkunft haben sie mit Born From Pain nicht sehr viel gemein. Statt Mosh gibt es bei Malkovich abwechsungsreiche, flotte Rockmusik mit Hardcoreanleihen, nicht unähnlich späten Refused oder Jr. Ewing. Egal wie, so richtig mit irgendwem vergleichen mag ich sie nicht, dazu ist das zu selbstständig. Aber es gefällt mir sehr gut.

Die Songs sind durchweg flott. Hier mal ne Melodie, da eine schöne Gitarrenlinie, drüben ein kleines (klitzekleines!) Solo. Und ständig tippt der Fuß mit. Rock passt also am besten. Trotzdem gibt es auch hier und da einen Moshteil oder einen etwas atmosphärischen Gitarrenpart. Sehr abwechslungsreich! Der Sänger passt sich sehr gut in die Musik ein, meistens schreit er sehr nah dran an Denis Lyxzen, oder er ruft, selten flüstert er, ein zwei Mal singt er. Er bedient damit ein ziemlich weites Spektrum, was auch ihn nie langweilig werden lässt.

Trotz der musikalischen Vielschichtigkeit wirkt „a Criminal Record“ nicht anstrengend oder überladen, statt dessen freut man sich beim Hören über das nächste zu entdeckende Detail, denn die Band gibt sich sehr verspielt. Mit schwungvollen Drumbreaks und kleinen Gitarrenlicks wird nicht gespart, was zugleich Einblick in die musikalischen Fähigkeiten der Band gibt. Ohne eine so locker gespielte Umsetzung, würde das Album sicherlich nicht funktionieren. Eine angenehm kernige Produktion tut ihr übriges.

„A Criminal Record“ klingt mit diesen Vorraussetzungen ziemlich modern. Anstatt sich auf ein Genre festzulegen und lediglich Klischees zu bedienen, versucht man hier verschiedene Stile zu kombinieren, was ganz sicher auch dazu führen wird, dass auch Leute auf Malkovich stehen werden, die sonst mit HC gar nix am Hut haben. Durch die Vermeidung eines eindeutigen „Stils“ und die tolle Umsetzung, sowie das sehr schicke Digipack, in dem mein Exemplar steckt, wird dieses Album zu einem sehr ehrlichen und spannenden Album. Und diese Art von HC-ökumenischen Platten haben die besten Vorraussetzungen, so richtig angesagt zu werden. Zu Recht!

10/ 12