Daß
es richtig angesagte europäische Platten gibt, darüber lässt
sich spätestens nach den Erfolgen von Bands wie Refused und
Heaven Shall Burn nicht mehr streiten. Trotz des Erfolges des
neuen EuroCore hört man aus den Niederlanden nicht so viel
(ausser Born From Pain vielleicht).
Malkovich
werden das ändern. Außer der Herkunft haben sie mit Born From
Pain nicht sehr viel gemein. Statt Mosh gibt es bei Malkovich
abwechsungsreiche, flotte Rockmusik mit Hardcoreanleihen, nicht unähnlich
späten Refused oder Jr. Ewing. Egal wie, so richtig mit irgendwem
vergleichen mag ich sie nicht, dazu ist das zu selbstständig.
Aber es gefällt mir sehr gut.
Die
Songs sind durchweg flott. Hier mal ne Melodie, da eine schöne
Gitarrenlinie, drüben ein kleines (klitzekleines!) Solo. Und ständig
tippt der Fuß mit. Rock passt also am besten. Trotzdem gibt es
auch hier und da einen Moshteil oder einen etwas atmosphärischen
Gitarrenpart. Sehr abwechslungsreich! Der Sänger passt sich sehr
gut in die Musik ein, meistens schreit er sehr nah dran an Denis
Lyxzen, oder er ruft, selten flüstert er, ein zwei Mal singt er.
Er bedient damit ein ziemlich weites Spektrum, was auch ihn nie
langweilig werden lässt.
Trotz
der musikalischen Vielschichtigkeit wirkt „a Criminal Record“
nicht anstrengend oder überladen, statt dessen freut man sich
beim Hören über das nächste zu entdeckende Detail, denn die
Band gibt sich sehr verspielt. Mit schwungvollen Drumbreaks und
kleinen Gitarrenlicks wird nicht gespart, was zugleich Einblick in
die musikalischen Fähigkeiten der Band gibt. Ohne eine so locker
gespielte Umsetzung, würde das Album sicherlich nicht
funktionieren. Eine angenehm kernige Produktion tut ihr übriges.
„A
Criminal Record“ klingt mit diesen Vorraussetzungen ziemlich
modern. Anstatt sich auf ein Genre festzulegen und lediglich
Klischees zu bedienen, versucht man hier verschiedene Stile zu
kombinieren, was ganz sicher auch dazu führen wird, dass auch
Leute auf Malkovich stehen werden, die sonst mit HC gar nix am Hut
haben. Durch die Vermeidung eines eindeutigen „Stils“ und die
tolle Umsetzung, sowie das sehr schicke Digipack, in dem mein
Exemplar steckt, wird dieses Album zu einem sehr ehrlichen und
spannenden Album. Und diese Art von HC-ökumenischen Platten haben
die besten Vorraussetzungen, so richtig angesagt zu werden. Zu
Recht!