Liar - Murder Manifesto

Liar - Murder Manifesto (GSR November 2005)
review by stephan

 

Sollte es wahr sein? Kreator haben endlich das Gaspedal gefunden, so daß es endlich wieder ein Kreator Album gibt, daß die Gossen von Altenessen bis Zagreb leer fegt? Leider nicht. Das hier vorliegende Werk stammt nämlich nicht aus der Feder der Ruhrpott-Thrasher, sondern vom Metal-Core Urgestein Liar aus Belgien. Hier wird alles geboten, was jedem langhaarigen Rübeschüttler von heute Tränen der Begeisterung in die Augen treibt.

Sie schaffen es mit ihrem neuen Album mal eben, den ganz großen der europäischen Metal-Szene zu zeigen wo der Hammer hängt. Schade nur, daß von den echten Metallern kaum einer von diesem Geniestreich was mitkriegen wird, da man kaum ein solches Metal-Machtwort von einer Band erwarten würde, die sich Hardcore auf die Fahnen schreibt. Das Einzige, was hier noch Hardcore ist, ist allerdings die Tatsache, daß Hans und seine Jungs immer schon lieber mit Earth Crisis, Congress oder Arkangel aufgetreten sind, als mit Sodom oder Destruction. Ausserdem findet man bei ihnen im Catering Plan eher Tofu Würstchen, statt Currywurstpommesschranke, was jedem Metaller wohl übel aufstoßen würde.

Daß Tofu aber auch groß und stark macht, und es Leute gibt, die Weltanschauungen gerne durch Musik in die zerrüttete Welt tragen, daß beweisen Liar mit diesem Wuchtbolzen.

Wer sich bei Kreator mehr Speed wünscht und bei Black Metal den Satan Quatsch einfach nur lustig findet, der hat mit dieser Platte die Erfüllung der strapazierten Nacken Muskulatur gefunden.

11/12