Integrity - Palm Sunday
Integrity - Palm Sunday (Spook City Records)
review by claus

 

Bands wie As I Lay Dying oder Unearth mögen vielleicht die Pioniere des heutigen Metalcore Booms sein. Schaut man sich das Ganze mal etwas näher an, so wird man schnell herausfinden, dass die oben genannten Bands nicht die Vorreiter oder Begründer dieses Stils sind. Hat man sich dann etwas erkundigt, so stößt man unweigerlich auf Integrity. Eine Band aus Cleveland, die diesen Stein, der Kombination aus Hardcore- und Metalelementen, ins Rollen brachte, und damit Geschichte schrieb. Die mir nun vorliegende Scheibe ist kein neues Album der Band, sondern eine DVD, auf der sich eine komplette Show in Cleveland aus dem Jahre 1992 befindet. Beiligend gibt es noch die dazugehörige Audio Cd.

Die Institution Integrity aus Cleveland, um Frontmann Dwid, musiziert jetzt schon seit 15 Jahren und hat im letzten Jahr ‚Sliver In The Hands Of Time’, als ‚Best Of’ Album herausgegeben. Sänger Dwid ist verantwortlich für das Artwork und der Zusammenstellung der DVD gewesen. Um es gleich vorweg zunehmen, die Tonqualität ist nicht wirklich berauschend, da anscheinend das Geld der Kameraleute für gute Technik fehlte. Dies ist auch nicht weiter schlimm, da es ein Fundstück aus alten Tagen ist. Auch ist es wirklich besonders, das es das original Line-Up von Integrity beinhaltet, welches sich in den Folgejahren ständig umgeändert hat. Bei normalen DVDs wird man direkt am Anfang angewiesen, einen kleinen Text über den Verweis des Urheberrechts zu lesen, Dwid hat ihn einfach abgeändert, denn nun steht dort: ‚There Never Were Glory Days, There Never Was A Time When The Scene Was United...’. Minor Threat waren die Pioniere der Achtziger, die Neunziger gehörten aber Integrity, die sich einen Dreck um eine Youthcrew scherten. Um mal auf die Band selber sprechen zu kommen, so zeichnen sie sich durch einen giftigen und kratzigen Gesang von Sänger Dwid, bissigen Gitarren und einem schallenden Schlagzeug aus. Die Atmosphäre während Show in Cleveland wirkt düster und sehr metallisch, man sollte den Unterschied zwischen den Kids von damals, die ohne Spinkicks und Windmills auskamen, und denen von heute sehen können. Interessant zu erkennen ist, wie impulsiv der Auftritt damals war, alles wirkt familiär, und da wünsche ich mir, dabei gewesen zu sein. Insgesamt werden zehn Songs, die sich über dreißig Minuten hinwegziehen, gespielt. Um nochmal auf den etwas schlechten Sound zurückzukommen, er irritiert vielleicht am Anfang, aber ist nach längerem Anhören ganz angenehm.

‚Palm Sunday’ ist eine DVD, die Integrity bei einem ihrer Konzerte im Jahre 1992 zeigt, und einen Einblick in die damalige Zeit gewährt. Wer sich den Ursprung des heutigen Metalcores mal näher betrachten will, kommt an Integrity nicht vorbei, denn sie begründeten dieses Stil. Für Integrity Fans ist ‚Palm Sunday’ ein weiteres Schmuckstück in der Sammlung, genauso wie die ‚Sliver In The Hands of Time’, eine Zusammenstellung aller Alben, nicht fehlen darf. Man kann sich jetzt natürlich fragen, welchen Sinn es macht, noch eine Audio Cd des Konzertes beizulegen.

 

–/- (Keine Wertung von DVDs)

 

Tracklist:
1. Those Who Fear Tomorrow
2. Judgement Day
3. Harder They Fall
4. Wings Tear
5. Dawn Of A New Apocalypse
6. In Contrast Of Sin
7. Rebirth
8. Die Hard
9. Lundgren Crucifixion
10. Live It Down

 

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