Herod - Rich Man's War, Poor Man's Fight
Herod - Rich Man's War, Poor Man's Fight (Lifeforce Records)
review by henny

 

Mit biblischem Namen und schon einigen Releases im Rücken greifen Herod erneut an, um Metaljünger in aller Welt Respekt zu lehren. Die aus Buffalo/NY stammende Truppe spielte ehemals den im Moment ach so hippen Hybriden aus Death Metal und Hardcore. Jedenfalls war das bis vor 2 Jahren so, dann aber kam „For Whom The Gods Would Destroy“ und die Band wechselte in eine völlig andere Richtung. Überpünktlich zum Ausbruch des Metalcore-Hypes kehrte man eben diesem den Rücken und spielte fortan nur noch Thrash Metal. Oder Power Metal. Oder Speed Metal. Eine Linie, auf der man sich auch mit dem neuen Album „Rich Man’s War… Poor Man’s Fight“ treu bleibt.

Vielleicht deshalb hab ich irgendwie das Gefühl, dass diese Platte ins letzte Jahrtausend gehört. Mag sein, dass ich zu jung bin oder einfach nicht weiß was gut ist, aber diese Platte wird wohl kaum jemanden interessieren der sich eher für modernen Metal begeistern kann.

Musikalisch lehnen sich Herod an die grauen Eminenzen des Metal an, namentlich Iron Maiden und im Gesang ist auch schon mal eine Prise Judas Priest zu vernehmen.  Von Weiterentwicklung kann hier also kaum die Rede sein, wobei das aber auch nicht das Ziel der Platte ist. Vielmehr möchten fünf junge Herren ihren Helden Tribut zollen. Dies geht mit durchgehend hohem Tempo vonstatten, nur bei „Forever“ hält man sich zurück und trägt eine Ballade vor. Und auch wenn der Rest des Album zeigt sich mit dem typischen Pathos des Old School Metals. Die Musik ist verspielt, leicht konsumierbar, sehr melodisch und könnte in dieser Form genauso gut von Blind Guardian stammen.  

Erfreulich zu hören ist auf jeden Fall, dass Herod ihre Instrumente durchaus gut beherrschen und sich somit auch einige Spielereien - passend zum Stil des Albums in Form von Gitarrensoli - erlauben können.

Trotzdem reißt dieses Album mich absolut nicht mit. Schade eigentlich, denn Fans dieses Genres könnten an dieser Band vielleicht sogar Gefallen finden. Es ist alles da, die Ideen, die Technik, die Abwechslung… Aber für die, die sich für die eher neueren Spielrichtungen von Metal interessieren, ist dieses Album eher abschreckend. Ich bin wohl tatsächlich zu jung.

 

6 /12