Deadsoil - Sacrifice
Deadsoil - Sacrifice (Lifeforce Records)
review by claus

 

Deadsoil dürften eigentlich in der deutschen Metalcore Szene nicht mehr unbekannt sein, 2002 hat man sich als Kollektiv aus Mitgliedern von Copykill, Night In Gales und Drift zusammengetan und ihre Debut Mcd ‚Forever The Enemy’ im Juni 2003 über Poisonfree Records veröffentlicht und dann später über Tribunal Records in den Staaten. Dann wechselte man das Label, und zwar Lifeforce Records, die der Band wohl mehr Rückhalt bieten konnten. So hatten sie die Möglichkeit 2004 zusammen mit Hatesphere und Born From Pail durch Deutschland zu touren. ‚The Venom Divine’ war ein Album, das sich eher dadurch ausdrückte, dass es seine Zuschauer zu irgendwelchen Kicks motivierte. Nun steht das zweite Album ‚Sacrifice’ vor der Tür und alles was ihr über Deadsoil bisher gekannt habt, wird mit diesem Album verworfen werfen.

Schon mit dem Albumnamen ‚Sacrifice’ sollte klar sein, welchen Pfad die Band mit diesem Album einschlagen wird, nämlich statt dem vorher stumpf gespielten Metalcore, nun zum richtigen Metal. Schon damals, sagte Jamey Jasta (Hatebreed), dass sie der meistversprechenste Act in der ‚worldwide hardcore scene’ seien, und das soll schon was heißen. Das Line Up dieser Band aus Essen ist ja auch nicht unbekannt, pickt man sich zum Beispiel mal Boris Pracht an der Gitarre, der für längere Zeit bei Caliban mitspielte, sich doch für Deadsoil entschied. Der erste Track fängt schon sehr kräftig an, und steht völlig im Kontrast zur ‚The Venom Divine’, da hier das Augenmerk auf Gesang, Gitarre und auch dem Schlagzeug gelegt wird. Wo man früher motiviert war irgendwelche Moshparts in die Songs einzubauen, will man sich bei diesem Album davor distanzieren, und das Image einer Metalcore Band von sich reißen. Das gelingt ihnen auch recht gut, wenn man sich den Song ‚These Things’ anhört, so wird man mit Freude festellen, dass er sehr melodisch ist, und sich gleichzeitig der Gesang von Sänger Friedrich Weber als vielfältig herausstellt. Legte man bei der Vorgängerscheibe viel Wert auf Brutalität und einer tobenden Zuschauerschaft, so wird jetzt ein Metal geboten, der sich auch in der Produktion in den Principal Studios (Caliban) locker mit Genre Größen von bekannteren Labels messen kann. Ein sehr schönes Gitarrensolo lässt sich bei ‚Remembrance’ finden, und ist wie die Ruhe vor dem großen Sturm, welcher mit ‚Collpase’ eingeleitet wird. Insgesamt lassen sich zwölf Songs finden, die einer Linie folgen. Auf der einen Seite ist sie sehr brachial, und auf der anderen Seite melodisch, dazu einem Gesang, den ich Friedrich Weber so nicht zugetraut hätte.

Fazit: ‚Sacrifice’ ist das neue Album von Deadsoil, die sich zu meiner Freunde musikalisch verändert haben. Ihre Mcd ‚Forever The Enemy’ folgte der Devise: Stumpf ist Trumpf und setzte sich mit ’The Venom Devine’ fort, was sich aber durch das musikalische Können der Jungs unterschied. Doch ist ihr neues Album anders, als man es hätte erwarten können. Innerhalb von zwei Jahren hat man sich dermaßen gut entwickelt, was ich nicht jeder Band zuschreiben würde. Hier wird Neuland betreten, und das gefällt mir an dieser Band.

 

10 /12