Yeah,
Champion und Betrayed! Eine Split dieser beiden Bands ist echt mal
was besonderes. Rivalry Records, ein Label, das wegen eines
Rechtsstreites von Rival Records in Rivalry Records umbenannnt
musste, hat diverse Releases von Go It Alone, Killing The Dream
oder auch Allegiance veröffentlicht. Schon die Hoffnung auf
dieses Album, dass Champion aus Seattle ihre letzten drei Tracks
veröffentlichen würden, und dazu noch mit Betrayed, war groß.
Rivalry Records zeigt schon alleine mit diesem Release, dass es
neben Bridge Nine Records, Nummer Eins für hochwertige Hardcore
Scheiben ist. Mal sehen wie die Platte sich während der Rezension
entwickelt.
Fangen
wir mit Champion an, Ende Januar 2006 hat die Band sich
nach sieben Jahren Bestehen einen Schlussstrich gezogen. Drei
letzte Songs steuern sie zu der dieser Split bei. Nun ja, Champion
haben in ihrer langen Existenz nicht viel veröffentlicht, nur ein
Album und zwei 7’s. Dies mag zwar nicht viel Material sein,
trotzdem zählen sie tausende Fans rund um den Globus. Sieben
Minuten werden zum Besten gegeben, und die Songs klingen nicht
zwar nicht gleich, doch verfolgen sie eine Spur. Im Gegensatz zu
der ersten Full Lenght, sind die drei Songs aggressiver und viel
direkter geworden, als es die ‚Promises Kept’ hergab. Sie
spielen einen flotten und melodischen Hardcore, der sich bewusst
an den späten Sound der achtziger Jahre anlehnt. Ich will mir gar
nicht ausmalen, was für Sing A Longs von ‚What Will It Take
?’ bei ihrer allerletzten Show zustanden kommen werden. Diese
drei Songs könnten eigentlich gut Teaser für ihr zweites Album
sein, aber leider entschied man sich während den Aufnahmen sich
zu trennen. Champion sind ohne Frage eine der Bands aus dem
Hardcore Bereich gewesen, die nach der Jahrtausendwende zu den
wichtigsten zählen. Das Interesse an Champion war so groß, dass
sie durch Japan, Korea und Australien getourt sind. Was die Band
mit der ‚Promises Kept’ erreicht hat war schon klasse, aber
jetzt ansehen zu müssen, dass sie schlagartig aufgehört haben,
ist schon traurig.
Nun
zum zweiten Teil der Split, Betrayed bestehend aus
folgenden Mitgliedern: Am Mikrofon Aram Arslanien (Gitarrist von
Champion), an der Gitarre Todd Jones (Carry On), am Bass Greg
Bacon (Carry On/ Knife Fight/ Stand And Fight) und am Schlagzeug
Todd Preboski (Drummer von Champion). Eine ziemlich interessante
Zusammensetzung von Betrayed, die man sich erst einmal geben muss.
Im Vergleich zu Champion sind Betrayed viel melodischer und
punklastiger, und auch im Vergleich zu Carry On und den anderen
Vorgängerbands sind sie anders als sie es zuvor waren. Auch hier
werden drei Tracks zu diesem besonderem Release dazugegeben. Einer
der Songs hierbei ist ‚Consequence’, den man eigentlich nicht
so richtig beschreiben kann, da er richtig viel Spaß macht. Durch
Aram Arslanien’s unglaublich guten Gesang und dem typischen
Gitarrenklang von Dag Nasty, wirkt dieser Track einfach nur
klasse. Die anderen beiden Songs bewegen sich zwischen Punk aus
der Zeit zwischen 1980 und 1990 und Hardcore.
Fazit:
Die
Split zwischen Champion und Betrayed ist ein Release geworden, das
man nicht haben sollte, sondern haben muss. Nicht nur jeder Song
ist gut, das Konstrukt insgesamt ist faszinierend geworden. Das
Layout der Split hat übrigens Scott Magrath entworfen, der sich
schon durch Arbeiten von Terror, Champion, Comeback Kid oder auch
Agnostic Front ausgezeichnet hat. Auf der einen Seite haben wir
Champion, die sich aufgelöst haben, und zu den wichtigsten
Hardcore Bands nach der Jahrtausendwende sind, auf der anderen
Seite haben wir Betrayed, deren Zusammensetzung schon interessant
genug ist. Die Split ist eine essentielle Cd, die nirgends in
einer Sammlung fehlen darf, und deshalb empfehle ich euch dieses
Werk.
10/12