Bridge To Solace - Where Nightmare And Dreams Unite
Bridge To Solace - Where Nightmares And Dreams Unite (Gsr Music)
review by claus

 

Hauptsächlich kommen die Hardcore Bands aus den Staaten, Deutschland, Belgien und Holland. Wenn es in die östliche Richtung geht, dann finden sich dort nur wenige Bands, die sich mit dieser Musik verbunden fühlen. Doch gibt es auch Bands aus Ungarn, die man europäischen Bereich nicht vermissen will, als gutes Beispiel Ignite, na gut, da kommt nur der Sänger her. Und wir haben Bridge To Solace, die früher mal Newborn hießen, und damit schon einen Ruf hatten, das nicht bei vielen Bands aus dem Genre so ist. Ihr Album ‚Of Bitterness And Hope’ und ihrer EP ‚Kingdom Of The Dead’ sind auf Let It Burn Records veröffentlicht worden, und ihr neuestes Album wird auf GSR Music an den Mann gebracht. Wenn man in diesem Bereich das Wort Harmonie in den Mund nimmt, dann kommt man nur auf die Band, die sich durch ihre Gitarren und den Gesang von Zoli Slotan auszeichen. ‚Where Nightmares And Dreams Unite’ ist im Vergleich zu ihren früheren Sachen härter geworden, doch genießt man auch hier Harmonie.

Ungewöhnlich für eine Metalband, deren Vorbilder man beispielsweise bei einer Band wie In Flames finden kann, spielen sie einen unglaublich schnellen, angepissten und rotzigen Hardcore. Die Hardcore Parts werden geschickt in einen metallischen Rahmen gebunden, das macht diese Band sehr individuell und interessant. Steigen wir gleich einmal ins Geschehen ein. Der erste Song ‚Sundeath’ hört sich nach dem typischen Sound der ‚Kingdom Of The Dead’ EP an, jedoch liegt das Augenmerkmal auf einen schnelleren und härteren Klang, die Stimme von Zoli hingegen hat sich im Großen und Ganzen nicht verändert. Die Gitarren geben hier die Würzung zum Ganzen bei, wodurch man durchziehende Melodien heraushören kann. ‚The Dead And The Unknown’ ist wohl der bezeichnensten Tracks für die neue Richtung, die Bridge To Solace auf diesem Album einschlagen haben. Von einem Wechsel des Gitarristen merkt man hier glücklichweise gar nichts, und so darf man wunderschöne Riffs genießen, die sich durch den kompletten Song ziehen und die Musik letztendlich ausmachen. Man staune und höre, bei diesem Song gibt es einen Moshpart, den man eigentlich nie von Bridge To Solace erwartet hätte, jedoch jenes deutlich macht, was sie neuerdings spielen, nämlich Metal, den man zuvor bei ihren letzten Veröffentlichungen traf, aber nicht in dieser Dominanz. Da man diese Band eigentlich nur an zwei Merkmalen festmachen kann, also dem einprägenden Gesang von Zoli und den Gitarren, hört man Gitarrensolis zu Hauf und lässt sie dadurch nicht in das abgedroschene Metalcore Licht erscheinen. Einer der etwas ausgefeilteren Songs ist wahrscheinlich ‚Culture Of Denial’, welcher mit einem unterschwelligen Gitarrenpart beginnt, und sich dann schlagartig in einen flotten, kreativen und vielseitigen Track entwickelt. Der letzte Song ‚Escapist’ scheint wohl alles zu besitzen, was diese Band von anderen Bands gänzlich unterscheidet. Kompromisslose Musik, die sich an keinem Muster orientiert, sondern sich sehr ehrlich anhört. Dies ist einer der Songs, bei dem die traurigen Texte in Form gut in Form der Stimmen zum Vorschein treten.

Das zweite Album von Bridge To Solace nach ‚Of Bitterness And Hope’ ist wesentlich schneller und härter geworden. Eine logische Entwicklung findet hier statt, jedoch haben sie ihre Wurzeln nicht vergessen, und das macht sie glaubwürdig und liebenswert. Bridge To Solace aus Ungarn steht für ehrliche, unbändige und harte Musik. Das Album ist recht gut geworden, man hätte sich nach dem Wechsel des Labels was anderes denken können, doch wird man dieses Album als Fan sicherlich mögen. Man wird vielleicht die Vielzahl an melodischen Gitarren vermissen, oder den etwas langsameren Aufbau, jedenfalls wird man sich fragen, wie die Band diesen Sound auf die Bühne bringen wird. Man kann sehr gespannt auf den weiteren Lauf von Bridge To Solace sein, und man wird sehen, sie werden es packen, denn sie besitzen Herz.

 

11 /12