A Perfect Murder - Strenght Through Vengeance
A Perfect Murder - Strenght Through Vengeance (Victory Records)
review by stephan

Die fünf Kanadier von A Perfect Murder haben mit ihrem neuen Longplayer großes vor. Ihr Label Victory Records feiert sie als Wachablösung  der Metal Urgesteine Metallica und Pantera, und schon der Titeltrack als Opener legt die Marschroute eindeutig fest. Hier wird gemosht und gegroovt was das Zeug hält. Gesanglich bewegt sich  Kevin Randel von APM, wenn man von seinen wenigen melodiösen Ausrutschern absieht, sehr nah am grossen Vorbild Phil Anselmo. Musikalisch wird vom Flitzefinger Solo bis zum mid-tempo Mosh-Part alles geboten, was das Metal Herz seit „Reinventing the Steel“ vermisst hat. Speziell der letzte Song der Platte „slay the masses“ gibt als Schlusspunkt nochmal die Metal Vollbedienung. Im Track „rotten I“  bringen APM sogar stellenweise Bassläufe, die man sonst eher bei Stoner-Rockern wie etwa Kyuss fand. Dieses Album ist wirklich gut.

Doch was macht ein gutes Metal Album zu einem grossartigen Metal Album? Man vermißt eindeutig herausragende neue Ideen. Frischen Geist im 90er Jahre Metal-Sound. Sicher sind die Grenzen des Genres ziemlich eng gesteckt und APM haben es auf jeden Fall geschafft einen Sound zu fahren, den es lange nicht mehr in dieser Qualität gab, aber da liegt auch schon das Dilemma an diesem sonst sehr kernigen Album. Bevor es Pantera gab, hätte sicher jeder die neue Offenbarung in Sachen Kettensägen Riffs und rotzigen Growls in diesem Album gefunden. Im Jahre 2005 reicht es für diese 11 wirklich guten Songs leider nicht mehr für die Höchstwertung, weil alles irgendwie schonmal da gewesen ist. Wer auf die oben genannten Bands steht, der sollte sich diesen Brocken nicht entgehen lassen.

 

9,5 / 12 Punkte