In
einer Zeit, wo derzeit so viele Bands aus dem Boden sprießen,
muss man sich als einzelne Band unbedingt irgendetwas einfallen
lassen, um bloß nicht in Vergessenheit zu geraten. Das beste
Beispiel hierfür sind wohl My Chemical Romance, die vor jedem
Auftritt tonnenweise Schminke auftragen, um sich das Kreischen der
Mädchen zu sichern, und gleichzeitig den Verkauf anzukurbeln. Das
Ganze wird dann erst richtig problematisch, wenn die eigentliche
Musik vor lauter Lip Gloss in den Hintergrund gerät. Das haben
wir auch bei Atreyu gesehen, und um einen aktuellen Bezug zu
nehmen : Aiden. Aber Aiden ist ja nicht irgendwer, sondern eine
Band, die bei Victory Records, die meist verkaufteste Debut Band
in der Geschichte des Labels ist. Ihr Debut Album auf Victory
Records verkaufte sich 75.000 mal, und sie waren Support bei der
ausverkauften Kerrang! Tour für Hawthorne Heights und Bullet For
My Valentine.
‚Our
Gang’s Dark Oath’ ist nicht wie angenommen, ein neues Album,
sondern ein Re – Release von älteren Sachen, die nie auf
Victory Records veröffenlicht wurden. Es ist schon irgendwie
komisch, wenn ein Album, von dem ich so voreingenommen bin, sich
nach etwas längerem Anhören, so positiv entwickelt. Ich finde,
dass die ‚The Nightmare Anatomy’ zu sehr das Klischee bedient,
das von Bands wie My Chemical Romance und weiteren Bands angeführt
wird. Dieses Album ist aber sehr anders, als sein Vorgänger es
gewesen ist. Heraus kommt ein sehr punklastiger Pop, der sich in
vielen Aspekten sehr hervorhebt. Das Intro fängt mit einem
mehrstimmigen Gesang an, fast wie bei Boy Sets Fires ‚Rookie’.
Auffällig ist, dass hier wesentlich ruppiger und prüder gespielt
wird, als es auf der ‚The Nightmare Anatomy’ der Fall war. Ich
muss zugeben, dass das Intro und der restliche Verlauf wirklich
gut gefällt. Direkt mit dem zweiten Song ‚The Dawn Breaking
Tide’ weiß man, wo der Hammer hängt. Man hört einen Aiden
typischen Song, der aber viel härter hervorkommt, und viel besser
klingt, als was danach herauskam. Ein Track, der besonders zu
gefallen weiß, ist ‚Bridge Of Reason, Shore Of Faith’. Es gab
da mal diesen Film, der ‚Stand By Me’ hieß, und wo es diese
Szene gab, wo sich einer der abenteuerlustigen Jungs, der sich auf
die Zugbrücke stellt, und um seinen Mut zu beweisen, solange
darauf stehen bleibt, bis der Zug so nahe herankommt, dass er ihn
erfassen könnte. Aiden bringen diesen Teil mit in ihren Song, und
da kommt was heraus, was sehr melodisch, und mit den schnellen
Riffs, und durch die Stimme vom Sänger, nicht schlecht ist. Der
Rest des Albums ist gekennzeichnet durch einen melodischen, von
Gitarren Riffs bestimmten Verlauf.
Fazit:
Bisher
hab ich diese Band nicht wirklich gemocht, da sie das Klischee zu
sehr bedienen, was nicht zuletzt durch Schminke und Maskara zum
Vorschein kommt. Auch mag ich die ‚The Nightmare Anatomy’
nicht, aber die älteren Sachen der Band zu hören, finde ich
nicht schlecht. Ich denke nicht, dass Aiden dieses Schminkkoffer
brauchen, da sie nicht so schnulzig sind wie My Chemical Romance.
Wie schon gesagt, wer geschminkt ist und eine Frisur voll
Haarspray hat, kommt vorallem bei den Mädchen gut an.
10
/12