Aiden - Our Gang's Dark Oath
Aiden - Our Gang's Dark Oath (Victory Records)
review by claus

 

In einer Zeit, wo derzeit so viele Bands aus dem Boden sprießen, muss man sich als einzelne Band unbedingt irgendetwas einfallen lassen, um bloß nicht in Vergessenheit zu geraten. Das beste Beispiel hierfür sind wohl My Chemical Romance, die vor jedem Auftritt tonnenweise Schminke auftragen, um sich das Kreischen der Mädchen zu sichern, und gleichzeitig den Verkauf anzukurbeln. Das Ganze wird dann erst richtig problematisch, wenn die eigentliche Musik vor lauter Lip Gloss in den Hintergrund gerät. Das haben wir auch bei Atreyu gesehen, und um einen aktuellen Bezug zu nehmen : Aiden. Aber Aiden ist ja nicht irgendwer, sondern eine Band, die bei Victory Records, die meist verkaufteste Debut Band in der Geschichte des Labels ist. Ihr Debut Album auf Victory Records verkaufte sich 75.000 mal, und sie waren Support bei der ausverkauften Kerrang! Tour für Hawthorne Heights und Bullet For My Valentine.

‚Our Gang’s Dark Oath’ ist nicht wie angenommen, ein neues Album, sondern ein Re – Release von älteren Sachen, die nie auf Victory Records veröffenlicht wurden. Es ist schon irgendwie komisch, wenn ein Album, von dem ich so voreingenommen bin, sich nach etwas längerem Anhören, so positiv entwickelt. Ich finde, dass die ‚The Nightmare Anatomy’ zu sehr das Klischee bedient, das von Bands wie My Chemical Romance und weiteren Bands angeführt wird. Dieses Album ist aber sehr anders, als sein Vorgänger es gewesen ist. Heraus kommt ein sehr punklastiger Pop, der sich in vielen Aspekten sehr hervorhebt. Das Intro fängt mit einem mehrstimmigen Gesang an, fast wie bei Boy Sets Fires ‚Rookie’. Auffällig ist, dass hier wesentlich ruppiger und prüder gespielt wird, als es auf der ‚The Nightmare Anatomy’ der Fall war. Ich muss zugeben, dass das Intro und der restliche Verlauf wirklich gut gefällt. Direkt mit dem zweiten Song ‚The Dawn Breaking Tide’ weiß man, wo der Hammer hängt. Man hört einen Aiden typischen Song, der aber viel härter hervorkommt, und viel besser klingt, als was danach herauskam. Ein Track, der besonders zu gefallen weiß, ist ‚Bridge Of Reason, Shore Of Faith’. Es gab da mal diesen Film, der ‚Stand By Me’ hieß, und wo es diese Szene gab, wo sich einer der abenteuerlustigen Jungs, der sich auf die Zugbrücke stellt, und um seinen Mut zu beweisen, solange darauf stehen bleibt, bis der Zug so nahe herankommt, dass er ihn erfassen könnte. Aiden bringen diesen Teil mit in ihren Song, und da kommt was heraus, was sehr melodisch, und mit den schnellen Riffs, und durch die Stimme vom Sänger, nicht schlecht ist. Der Rest des Albums ist gekennzeichnet durch einen melodischen, von Gitarren Riffs bestimmten Verlauf.

Fazit: Bisher hab ich diese Band nicht wirklich gemocht, da sie das Klischee zu sehr bedienen, was nicht zuletzt durch Schminke und Maskara zum Vorschein kommt. Auch mag ich die ‚The Nightmare Anatomy’ nicht, aber die älteren Sachen der Band zu hören, finde ich nicht schlecht. Ich denke nicht, dass Aiden dieses Schminkkoffer brauchen, da sie nicht so schnulzig sind wie My Chemical Romance. Wie schon gesagt, wer geschminkt ist und eine Frisur voll Haarspray hat, kommt vorallem bei den Mädchen gut an.

10 /12