Wegen des schönen Wetters und weil der Tourbus dann doch etwas wenig Platz bot, haben wir das Interview mit Kyle und Stu von Misery Signals kurzerhand nach draußen verlegt. Daß wir vor dem Musis Sacrum auf dem Gehweg im Grünen nicht ganz so gut aufgehoben waren, sollten wir erst später merken…

Die Fragen dieses Interviews stammen von Claus…

Corezine: Hallo, wie geht’s euch?

Misery Signals: Oh, sehr gut, danke…

CZ: Könnt ihr euch beiden kurz vorstellen…

Kyle: Ja, ich bin Kyle, ich spiele Bass bei Misery Signals.

Stu:  Ich bin Stu, ich spiele Gitarre.

CZ:Im Moment seid ihr mit 18 Visions und Emanuel auf Tour, wie kommt ihr miteinander klar?

Stu: Oh, wir verstehen uns sehr gut. Mit 18 Visions sind wir ja schin seit Januar unterwegs und die Jungs von Emanuel sind auch wirklich cool.

Kyle: Wir teilen uns den Bus mit 18 Visions, die Typen sind großartig.

CZ: Was erwartet ihr von der Europatour?

Kyle: Eigentlich ist es ja schon die letzte Woche. Es hat großen Spaß gemacht, aber es ist auf jeden Fall anders als in den Staaten.

Stu und Kyle 

CZ: Warum?

Kyle: Es ist für uns alle das erste Mal, daß wir nach Europa kommen. 18 Visions haben hier schon ihr Publikum gefunden, aber wir müssen hier vor ganz neuen Leuten spielen. Das ist nicht so, wie zu Hause. Hier in Europa ist es eher ein jüngeres Metal Publikum, daß zu unseren Shows kommt, zu Hause eher ein Hardcore Publikum.

CZ: Woher kommt euer Bandname?

Stu: Ich hab nicht die leiseste Ahnung…

Kyle: Wir hatten zuerst ‚Misery’ als Konzept für den Namen fest. Es hat dann ein bisschen gedauert, bis die zweite Hälfte ‚Signals’ dazu kam. Eigentlich hat sich unser Gitarrist Ryan das dann ausgedacht, ich weiss auch nicht warum…

CZ: Was macht ihr ausserhalb der Band?

Kyle: Wir gehen alle nicht mehr zur Schule. Für gewöhnlich gehe ich irgendwo arbeiten, wenn ich genug Zeit habe. Mit der Band sind wir ehrlich gesagt an einem Punkt, wo nebenher nicht mehr so viel möglich ist. Das Ganze ist zu einem richtigen Vollzeit Job geworden.

CZ: Wie habt ihr mit Misery Signals angefangen?

Kyle: Für mich fing es im Oktober 2003 an, als wir „Seven Angels, Seven Plagues“, die Band in der ich vorher spielte, aufgelöst haben. Ryan, Jessie und ich haben dann „Misery Signals“ gegründet, mit Ryans Bruder am Schlagzeug. Bevor Stu bei uns anfing, hatten wir für einige Monate einen anderen Gitarristen. Jessie kannte Stu schon seit Jahren, so haben wir ihn dann einfach gefragt.

CZ: Welche Bands würdet ihr als Einflüsse nennen?

Stu: Metallica, Deftones, so die klassischen Bands. Cave In…

CZ: Würdet ihr euren Sound vergleichen, wenn ja mit wem?

Stu: „Seven Angels…“ (lacht)

Kyle: Wahrscheinlich mit Bands wie Shai Hulud, Turmoil, Meshuggah. Das sind alles Bands, die uns ganz sicher beeinflussen. Wir kopieren sie nicht, aber man kann sicher hören, daß sie uns beeinflussen. Wir versuchen, so selbstständig wie möglich zu klingen, aber das ist heutzutage ganz schön schwierig…

CZ: Wie ist das Album „Of Malice and a magnum heart“ bei den Leuten angekommen?

Stu: Alle Kritiken und Reviews waren wirklich gut. Soweit ich das sagen kann, waren die Leute wirklich nett zu uns. Darüber freuen wir uns sehr.

Kyle: Seit dem Album sind wir echt ein Stück gewachsen. Wir haben nicht nur eine größere Fanbase, es hat sich auch sonst viel verändert, seit wir ein Label im Rücken haben, das uns unterstützt. Wir hatten vorher schon eine EP auf einem kleineren Indie-Label  rausgebracht, aber mit der fing alles erst an.

CZ: Wie seid ihr an den Ferret-Deal gekommen?

Kyle: Wir haben über unsere Freunde in „Everytime I die“ Kontakt bekommen. Die kennen wir schon seit den „Seven Angels…“ Tagen. Als Ferret dann hörten, dass wir ein neues Projekt machen, haben sie direkt danach gefragt. Das hat ihnen wohl gefallen. Zwar hat es noch sechs oder sieben Monate gedauert, bis „magnum…“ dann rauskam, aber eigentlich war der Deal schon perfekt. Sie tun für uns echt, was sie können, buchen tolle Touren wie diese für uns und…,und…,und.

CZ: Wo liegen eurer Meinung nach Unterschiede zwischen Europa und den USA was Metal- und Hardcore betrifft?

Kyle: Oh, das ist schwierig. 18 Visions sind hier zum Beispiel auf `nem Majorlabel, deswegen interessiert sich hier ein ganz anderes Publikum für ihre Musik… (ein alter Mann auf einem Mofa fährt auf dem Gehweg und ohne Helm an uns vorbei und verfehlt Kyle nur um wenige Zentimeter) …die Stelle hier ist nicht so toll…

Stu: (lacht) das ist echt der schlimmste Platz für ein Interview überhaupt…im Ernst, es scheint hier eine Menge Hardcore Kids zu geben, deswegen wird es hier heute Abend bestimmt großartig. Was die Tour angeht, haben wir aber eigentlich kaum ein Hardcore Publikum gehabt. Es kamen eher Mainstream-Leute.

Kyle: 18 Visions sind in den Staaten echt eher eine Hardcore Band, nicht so die Majorlabel Band wie hier.

Misery Signals

CZ: Was haltet ihr von europäischen Metalcorebands wie Heaven Shall Burn oder Maroon?

Kyle: Manche finde ich richtig gut, Heaven Shall Burn kenne ich jetzt nicht so, aber Caliban zum Beispiel. Es ist halt echt ein anderer Sound als in den Staaten. Ich glaube viele amerikanische Bands sind von europäischem Metal beeinflusst, von „At the Gates“ zum Beispiel. Es gibt also auf jeden Fall geilen Metal hier…

CZ: Glaubst du in Europa wird eher Metal als Hardcore gespielt und in den USA andersrum?

Kyle: Ja, das glaube ich ehrlich. In Amerika ist der Hardcore Einfluss größer soweit ich das sagen kann.

CZ: Was sind eure Ziele als Band? Wo seht ihr euch selbst in einem Jahr, oder fünf, oder zehn?

Kyle: Das ist schwer zu sagen…

Stu: Hoffentlich machen wir das hier immer noch! Vielleicht in einem größeren Rahmen. Wir sind alle sehr engagiert und die Dinge haben sich im letzten Jahr echt gut für uns entwickelt. Wenn das so weitergeht, machen wir auch sicherlich noch weiter. Wir haben großes Interesse noch eine Platte zu machen und sind sehr zufrieden.

CZ: Irgendwelche letzten Worte?

Kyle: Ja, schaut euch unsere Website an: www.miserysignals.net und haltet die Augen nach uns offen! Wir werden in der nächsten Zeit öfter in Europa unterwegs sein, vielleicht sogar schon Ende des Sommers. 

Stu: …

CZ: Danke für das Interview!