CZ: Erzählt bitte kurz, wer ihr seid und was ihr bisher so getrieben habt!

Johnson: Ja Hi erstmal, mein Name ist John, ich spiele Bass bei FALL OF SERENITY. Die Band an sich existiert schon seit 1998 und die jetzige Besetzung (Lutz, Eddy, Alex, Renè und ich) hat seit ca. einem Jahr Bestand. Im Laufe der Jahre haben wir es auf 3 Alben, paar Vinyl-Geschichten (u.a. eine Split mit Heaven Shall Burn), 1 Mini-CD und etliche Demos gebracht. Parrallel dazu natürlich ordentlich Live gespielt und einiges an Line-Up-Wechseln durch.

CZ: Ihr bringt Mitte Mai ein neues Album mit dem Titel „Bloodred Salvation“ raus. Könnt ihr mir etwas darüber erzählen?

Johnson: Bloodred Salvation ist frischer Metal mit dicken Beats JEs ist auf jeden Fall ein sehr gut produziertes und abwechslungsreiches Album Geworden und bis Dato natürlich unser bestes. Im Kurzen umreißen kann man es mit abwechslungsreichen Drums, Melodie, erwachsen gewordenen Vocals und sehr eingängigen Songstrukturen. Insgesamt sicher für jeden was dabei der auf harte Musik steht.

CZ: Was hat es mit dem Titel „Bloodred Salvation“ auf sich? Gibt es einen bestimmten Grund, weshalb ihr die Platte so genannt habt?

Eddy: Einen bestimmten Hintergrund hat es nicht, aber jeder weiß, dass man jemandem oder sich selbst wehtun kann um „frei“ zu sein und so in gewisser Weise „Erlösung zu finden“. Frei zu kommen von Gefühlen, Schmerzen oder gar von sich selbst. Das lässt sich jetzt auf alle möglichen Lebenssituationen übertragen. Und das ist auch so beabsichtigt und liegt im Auge des Betrachters.

CZ: Wie war die Zusammenarbeit mit Leif Jensen von DEW-SCENTED? Hat er sich am Songwriting beteiligt?

Johnson: Zusammenarbeit...nun ja eigentlich hat sich unsere Zusammenarbeit darauf beschränkt, das er in einem anderen Studio anhand von Aufnahmeskizzen einige Gesangs- und Background-Part aufgenommen hat. Es ist auf jeden Fall ne coole Aktion gewesen und als DEW SCENTED Fan natürlich noch ein genialer Bonus Ihn auf unserem Album zu haben.

CZ: Sowohl der erste als auch und vor allem der fünfte Song auf der „Bloodred Salvation“ beinhalten Klavierpassagen, die das ganze Album ziemlich auflockern. Habt ihr die selbst geschrieben?

Johnson: Sowohl die Klavierparts im Intro, als auch der Titeltrack sind Ralf Müller vom RAPE OF HARMONIES zugute zu schreiben. Wir haben lediglich unsere Absichten mit den Tracks geschildert und er hat diese musikalisch umgesetzt. Dabei ist noch erwähnenswert, dass Ralf auch alle anderen Keyboard- und FX-Parts auf „Bloddred Salvation“ eingespielt und komponiert hat.

CZ: Ihr habt auf dem neuen Album auch wieder einige elektronische Spielereien, während ihr den cleanen Gesang diesmal ausgelassen habt. Soweit ich mich erinnere, ward ihr bei der „Royal Killing“ aber noch sehr stolz auf die gemischten Vocals, oder?

Johnson: Ja natürlich...getreu dem Motto „alles zu seiner Zeit“ eben. Wir haben bewußt auf clean gesungene Parts verzichtet. Die Gründe dafür sind erstens, dass es Live nicht zu rekompensieren ist und zweitens niemand von uns sich richtig in der Lage fühlt. Ich denke wenn man cleane Parts einsetzt, dann nur wenn man es richtig kann und es nicht aufgesetzt wirkt. Diese Gabe haben leider die Wenigsten Vertreter aus der allgemeinen „Sängergilde“ – das Schlimme ist das es viele trotzdem tun hehe...

CZ: Als ihr letzten September von LifeForce gesingt wurdet, was für Erwartungen hattet ihr? Wie kommt ihr mit dem Label aus?

Johnson: Unsere Erwartungshaltung an LifeForce Records...man kennt ja die gute Arbeitsweise von LifeForce und es ist ja kein Geheimnis das sich die gesamte Labelcrew wirklich kümmert was Promotion und Vertrieb usw. angeht. Insofern erwartet man nur das was man durch andere LifeForce-Acts vor Augen geführt bekommt. Es bleibt eigentlich keine Lücke über die man schimpfen könnte...die Kommunikation zwischen Band und Label klappt hervorragend und über die professionelle Arbeitsweise braucht man auch nicht zu reden...alles super!

CZ: Nachdem ihr schon mit Dismember unterwegs wart, geht ihr jetzt Mitte Mai mit Hate Eternal auf Tour – was geht euch im Kopf herum, wenn ihr daran denkt?

Johnson: Wenn man das so einfach in Worte fassen könnte – uns hätte nichts besseres passieren können als genau eine Woche nach Releasetermin eine Europatour zu fahren. Dabei ist für mich eher zweitrangig mit wem...ich denke HATE ETERNAL sind eine verdammt gute Band mit jeder Menge Erfahrung im Musik-Geschäft und wir werden viel Spass haben.

CZ: Ihr seid eine Band, die von sich reden macht, gerade durch eure Live-Präsenz. Welche Erwartungen habt ihr an euch selbst als Metalband, wenn so viele andere Metalcore spielen?

Johnson: Ich glaube an sich selbst hat man stets die höchsten Erwartungen, sowohl im musikalischen Sinne als auch in puncto Bereitschaft. Wir persönlich trennen da nichts so sehr, da unsere Wurzeln im Hardcore liegen und es auch Metalcore-Bands gibt die richtig viel Live spielen. Wir machen seit Jahren das wonach uns der Sinn steht und sind auch immer gut damit gefahren.

CZ: Ihr selbst habt eure Wurzeln ja auch im Hardcore, bewegt euch aber schon seit einigen Jahren verstärkt in Richtung Metal. Woher kam diese Entwicklung und wohin möchtet ihr euch gern entwickeln?

Johnson: Wie oben erwähnt...eine Bandentwicklung folgt keinem Kalkühl bzw. sollte sie das nicht. Unsere Entwicklung sollte uns einfach hin zum besseren Beherrschen unserer Instrumente und zur „Homogenisierung“ unserer Musik führen. Also gibt es keine Pläne, das z.B. das nächste Album noch schneller oder moshiger wird. Es kommt so wie es kommt...

CZ: Wenn man sich mit der jüngeren deutschen Metalszene beschäftigt kommt man an euch mittlerweile kaum noch vorbei - wie sieht es denn mit anderen unterstützendswerten Bands aus? Könntet ihr welche nennen?

Johnson: Es gibt tatsächlich gerade in Deutschland viele junge Bands die sicherlich in den nächsten Jahren gehörig Staub aufwirbeln werden. Leider ist der „Markt“ so überlaufen das man sie nur schwer ausmachen kann. Ein weiteres Problem ist, das die Auftrittsmöglichkeiten bzw. die freien Slots bei Konzerten selten an neue Bands vergeben werden. Es wird ihnen dennoch gelingen ;-)   ... ich möchte ungern auflisten weil ich sicher die Hälfe vergessen würde ... einfach als Tipp – stets die Augen weit offen halten !

Vielen Dank für das Interview !