Nachdem ich vom Album "Pain neccessary to know" ja wirklich begeistert war, war ich gespannt, wie der musikalische Kopf von Ephel Duath Davide Tiso wohl sonst so ist. Also: E-Mail geschrieben, Interview angefragt und abgewartet! Das Resultat war ebenso begeisterns, geduldig und ausführlich hat er auf meine Fragen geantwortet. Danke schön!

 

Flo: Hi,ich bin Florian vom Corezine. Ich würd mich freuen, wenn du mir einige Fragen beantworten könntest.Wie bist du mit dem Release eures neuen Albums „Pain neccessary to know“ zufrieden?

Davide: Ich freue mich sehr, die CD in den Läden zu sehen! Es war nicht einfach, diese Songs zu schreiben. Das Material ist sehr anspruchsvoll und musste bis ins kleinste Detail ausgefeilt werden. Es brauchte ein Höchstmaß an Konzentration, was zu einigen Problemen im Proberaum und zu Dauerstress und Sorgen in meinem eigenen Leben führte. Jetzt ist der Kreis vollendet und etwas neues wird die Band küssen.

Flo: Wie bist du mit dem Album selbst zufrieden?

Davide: Es stellt einen fundamentalen Schritt in unserer Karriere dar. Es ist so was wie das Ephel Duath „Manifest“ was unsere Experimentierfreudigkeit angeht.

Mit dem Endergebnis der Aufnahmen bin ich absolut zufrieden, alles kommt auf CD viel deutlicher rüber als in meinem Kopf, bevor wir ins Studio gingen. Die Aufnahmen selbst gehören zu den bewegendsten Erfahrungen, die ich gemacht habe. Paso, der Produzent und ich haben in diesen Tagen eine Menge Unannehmlichkeiten ertragen!

Flo: Plant ihr mit den neuen Songs eine Europatour?

Davide: Die neuen Songs sind perfekt, um sie Live zu spielen. Wir haben vor zwei Wochen angefangen, das Album in Italien zu promoten und die ersten vier Shows waren großartig!

Im Frühjahr werden wir tatsächlich auf unsere erste Europatour gehen, bei der wir auch Deutschland streifen. Für denselben Zeitraum organisieren wir eine Mini Tour nur durch Deutschland. [...] Wir werden versuchen, so viel wie möglich live zu spielen. Bis dahin denke ich über neues Material nach, wir wollen bald wieder ins Studio gehen.

Flo: Wie kann man Jazz und Metal vermischen?

Davide: Meiner Meinung nach kann man das, wenn man nicht darüber nachdenkt, zwei Dinge zu verschmelzen. Wenn ich Songs schreibe, versuche ich nicht, möglichst interessante Crossover Parts aus Metal und Jazz aneinander zu reihen. Ich spiele bloß und versuche, eine Mischung zu schaffen, die Sinn macht.

Flo: Ephel Duath scheint mir eine Band zu sein, die ihrer Musik große Bedeutung beimisst. Kannst kurz das Konzept der neuen Platte in Verbindung mit dem Artwork erklären.

Davide: Die Lyrics lenken die Aufmerksamkeit vor Allem auf die Maske, die wir alle tragen, um unseren Alltag zu leben.

Wir benutzen das Bild der Medusa, um den Titel des Albums zu symbolisieren. Man kann nicht sagen, dass man die Medusa kennt, wenn man nicht die Narben ihrer Berührung am Körper trägt. Genauso kann man nicht sagen, dass man eine Idee von einem besseren Leben für sich hat, wenn man in den Gedanken nicht auch die Narben von Schmerzen hat. Meiner Meinung nach ist es notwendig, Schmerzen zu kennen.

Flo: Im Review haben wir geschrieben, dass die Platte eine düstere und bedrohliche Studie von inneren Abgründen ist. Würdest du mir da zustimmen? Wie könnte das mit eurem Konzept, Schmerz zu erfahren, verbunden werden?

Davide: Also, dein Urteil ist ziemlich hart, aber wohl angemessen, um über das Album zu sprechen. Es ist das obskurste und komplizierteste Ephel Duath Album bisher. Die Botschaft ist, dass man wächst durch Schmerzen, und zur selben Zeit kann ich unterstreichen, dass ich ungemütliche Musik schreibe, die nach einigen Hör-Durchgängen vielleicht etwas Befreiendes für den Hörer bieten kann.

Flo: Ich würde über „Pain neccessary to know“ sagen, dass es als Album sehr anstrengend ist, anzuhören, sich diese Mühe am Ende aber auf jeden Fall auszahlt. Warum macht ihr nicht einfache Musik? Was bedeutet euch die Komplexität der Musik?

Davide: Seit den Anfängen der Band haben wir niemals direkte Musik gespielt. Das Ganze ist eher ein spontaner Prozess, der mich dazu bringt, mich nicht mit konventionellen Songstrukturen zu beschäftigen, mehr noch: auf „Pain neccessary to know“ haben wir versucht, der Band die Freiheit der Musik zu bieten, die zyklische Wiederholung von Riffs zu zerstören und Instrumentalstücke mit der Unterstützung eines Sängers zu komponieren, die an ein Tier im Wald erinnern: es schlägt zu und versteckt sich sofort wieder.

Flo: In den letzten Jahren gab es bei Ephel Duath eine Menge persönlicher Veränderungen. Beim letzten Album musstet ihr direkt vor einem wichtigen Auftritt euren Drummer gehen lassen. Wie ist das alles gekommen?

Davide: Während der Promotion zu „the Painter's Palette“ hat Davide Tolomei, der melodische Säger, aus persönlichen Gründen die Band verlassen. Er ging direkt vor unserem bis dato wichtigsten Konzert: dem norwegischen Quart Festival. Das war schon eine schwierige Situation für die Band, aber wir haben trotzdem zu viert gespielt und haben das Set auf eine Stimme umgestellt. Davide Piovesan, der ex Drummer hat die Band nach den Aufnahmen zu „Pain neccessary to know“ verlassen, aus finanziellen, musikalischen und persönlichen Gründen. Er sah sich nicht mehr in der Lage, in der Band so professionell mitzumachen, wie er es die Jahre über getan hat.

Flo: Was würdest du sagen, warum ist Ephel Duath trotzdem eine Band und kein Solo-Projekt?

Flo: Ich komponiere zwar die Songs und schreibe die Texte, aber die anderen Mitglieder sind unglaublich wichtig für die Band. Sie schreiben ihre Parts selbst nach meinen Vorschlägen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Struktur und den endgültigen Arrangements. Wir sind jetzt ein Trio, Luciano Lorusso George, Vocals, Fabio Fecchio, Bass und ich, Davide Tiso, Gitarre. Der neue Live Drummer ist der 28 jährige Andrea Rabuini. Er ist ein sehr talentierter Trommler mit einem Rock Metal Hintergrund.

Flo: Hast du irgendwelche letzten Worte oder Anmerkungen?

Davide: Für mehr Informationen, könnt ihr an davide@ephelduath.net schreiben, ihr bekommt ganz sicher eine Antwort. Um „Vector third Movement“ oder “Pleonasm” vom Album herunterzuladen, geht auf die neue Website www.ephelduath.net oder auf www.myspace.com/ephelduath .

Danke für die Unterstützung, wir sehen euch auf Tour!