Nachdem Converge sich den halben Nachmittag für alle Interviewer verleugnen ließen (Unser Kontaktmann, der sich um die Interviewpartner kümmerte sagte, er hätte „Angst, die Band ständig wegen der Interviews zu fragen. Alle“ müssten „auf Converge warten“) hatten wir am späten Nachmittag dann doch das Glück, Jake Bannon zu erwischen. Seinem überraschten Gesichtsausdruck nach, hatte er sich ins Foyer verlaufen, wo er direkt von mehreren Presseleuten erwischt wurde. Es ist schon hart das Rockstarleben… . Wir bekamen dann dennoch eine sehr entspannte Viertelstunde mit ihm, in der er sich sehr offen und sympathisch, aber auch etwas schüchtern zeigte…

Flo: Hallo, schön, daß du Zeit hattest!

Jake: Hi…

Flo: Wie alt wart ihr, als ihr Converge gegründet habt?

J: Wir haben angefangen zu spielen, als ich etwa 13, 14 Jahre alt war. Als wir die erste Show gespielt haben war ich ungefähr 14 oder 15.

F: Wann war das…

J: Ich erinnere mich nicht genau, ist ziemlich lange her. Das muss so 1991 gewesen sein…

F: Macht es immer noch Spaß, Konzerte zu spielen?

J: Ja, auf jeden Fall…

F: Im Moment tourt ihr mit Modern Life is War…Wie läuft die Tour mit den Jungs?

J: Es ist großartig. Sie sind in letzter Minute eingesprungen, weil unsere Freunde von Planes mistaken for Stars wegen eines familiären Zwischenfalls nicht mitfahren konnten. Wir sind sehr dankbar, daß sie mit auf Tour gekommen sind!

F: Die neue Platte heisst „you fail me“. Was hat es mit dem Titel auf sich?

J: Er soll jeden, der die Platte kauft, dazu bringen, die Texte zu lesen und herauszufinden, was das Konzept des Albums ist. Es ist ein sehr direkter Titel. In den Texten geht es um Versagen, darum, Hindernisse zu überwinden und darum, auf einer emotionalen Ebene Verantwortung dafür zu übernehmen, wer man in dieser Welt ist.

F: Wo würdest du sagen liegen Unterschiede zwischen „you fail me“ und den vorangegangenen Alben?

J: Also, es sind verschiedene Platten! Es geht um andere Dinge, sie wurden zu anderen Zeiten aufgenommen…

F: Wie seid ihr zu eurem Label Epitaph gekommen? Seid ihr zufrieden mit ihnen?

J: Es ist klasse. Sie schaffen für uns eine sehr herzliche Atmosphäre. Das ist wirklich großartig!

F: Deine Texte sind sehr persönlich. Schreibst du über Dinge, die du selbst erlebt hast?

J: Ja, alle unsere Songs handeln von Dingen, die ich wirklich erlebt habe.

F: Wie ist da, sich in den Texten so zu offenbaren, wenn man sicher sein kann, daß man nur von einer geringen Anzahl Leute wirklich verstanden wird? Ich meine das nicht böse, aber ich bin überzeugt, dass Converge etwas ist, mit dem jeder sofort etwas anfangen kann.

J: Darum geht es uns gar nicht. Wir wollen bloß Songs schreiben, die unsere Gefühle beschreiben und die uns musikalisch fordern. Solange wir diese Ziele erreichen, gibt es für uns nichts, worüber wir uns Gedanken machen. Wir überlegen uns nicht, was jemand Anderes in unserer Musik sieht. Obwohl es natürlich sehr schön ist zu sehen, daß Leute unsere Musik unterstützen und eine dazu Beziehung haben. Aber wie gesagt, darum geht es uns nicht in erster Linie. 

F: Ist Converge eure Hauptbeschäftigung, oder habt ihr noch andere Berufe? Von dir wissen wir, daß du CD Cover gestaltest…

J: Nein, nein, es ist für uns kein Full-Time Job. Es ist unsere Band, außerhalb davon gehen wir anderen Berufen nach.

F: Du hast mal gesagt: „There’s been a lot of kids, that I care about, that somehow fell of that ‚wagon’ and just became fuckin’ victims or whatever bullshit” Wohin wird sich deiner Meinung nach die Hardcore Szene bewegen? Wird sie ‘kommerzialisiert’ oder bleibt sie eine  unabhängige Bewegung?

J: Die Hardcore Bewegung ist von der Definition her unabhängig. Wenn Bands wirklich eine solche Richtung einschlagen und zugänglicher für Massenmedien werden, dann gehören diese Bands nicht mehr zur Hardcore Szene.

F: Du glaubst also nicht an den vielgefürchteten ‚Ausverkauf`’ von Hardcore?

J: Die Bands, die einem da einfallen, sind einfach keine Hardcore Bands.

F: Glaubst du, daß die Szene sich in den letzten Jahren positiv entwickelt hat?

J: Wie auch immer, die Zeit läuft ja weiter! Ob das jetzt gut oder schlecht ist, kann ich nicht beurteilen. Mein Ziel ist es in dieser Szene zu vertreten, was ich mache und das ist alles.

F: Was war das verrückteste Erlebnis, das du je bei einer Show hattest?

J: Ehrlich gesagt weiß ich das nicht, ich achte da nicht so drauf. Wenn wir spielen, geben wir 110% und das ist alles, worum wir uns kümmern.

F: Das scheint also eine sehr persönliche Sache zu sein, wenn ihr live spielt und du auf der Bühne zu eurer Musik deine Texte singst, wenn du sagst, du kümmerst dich dann wenig um das Publikum. Also eine sehr private Sache…

J: Ja.

F: Gut, danke schön. Möchtest du noch etwas hinzufügen?

J: Nein, danke für eure Zeit…

 

 

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