
Das Corezine war für euch bei der Taste of Chaos Tour in Bielefeld um mit euren Lieblingsbands Rise Against und The Used zu sprechen. Ich habe mit Jeph von The Used im Tourbus gesessen und mit ihm über die Tour, die neue Platte und Klingeltöne gequatscht. Das Ergebnis findet ihr hier.
S: Hi Jeph. Wie geht´s?
J: Hi. Uns geht´s super. Das ist jetzt das dritte Mal, daß wir in Deutschland sind und es ist immer toll. Wir kommen gerade aus England und es sind jetzt nur noch vier Dates und dann haben wir für den Rest des Jahres frei.
S: Ihr habt ja in den letzten Jahren echt nen steilen Aufstieg geschafft. Vor eurem Debut Album 2002 hattet ihr noch Probleme überhaupt Saiten oder Sticks zu kaufen, wie man in eurer Band-Bio lesen kann und heute Abend seid ihr hier um die Taste of Chaos Tour zu headlinen. Wie waren die letzten Jahre für euch? Was hat sich geändert?
J: Alles hat sich geändert. Wir hatten echt nichts als wir angefangen haben und seit unserem ersten Album läuft es konstant immer besser. Hey wir haben nen eigenen Tourbus!!!! Ich hätte nie gedacht, daß wir überhaupt jemals die Staaten verlassen würden und jetzt sind wir in Deutschland. Ich bin wesentlich glücklicher als früher. Außerdem sind wir echt erwachsener geworden in den letzten Jahren.
S: Wie hat das euer Songwriting beeinflußt?
J: Wir haben einfach mehr Zeit, uns auf die Musik zu konzentrieren. Jeder von uns hat seinen eigenen Geschmack und jetzt, wo wir mehr Zeit für uns haben, können wir uns selbst besser verwirklichen.
S: Ich finde, daß euer neues Album wesentlich vielschichtiger ist als das Erste. Es gibt mehr Melodien, der Gesang ist ausgefeilter. Wie lange habt ihr an dem Album gearbeitet und was hat euch bei den Aufnahmen beeinflußt?
J: Wir haben eigentlich gar nicht so lange gebraucht. Die Aufnahmen haben inclusive Songwriting knapp drei Monate gedauert. Wir wollten nichts übertreiben. Die Grundideen waren vorher schon da und wenn der Vibe stimmt, dann soll man einfach spielen und nicht immer auf einer Stelle stehen bleiben.
S: Das Ergebnis spricht für sich. Ihr kommt ja aus einer Kleinstadt in Utah, dem Mormonenstaat. Wie war das für euch in so einer strenggläubigen Community aufzuwachsen?
J: Ich war nie besonders religiös. Darum war ich immer ne Art Außenseiter, zum Beispiel bei den Boyscouts, wo die anderen sich alle aus der Kirche kannten. Aber Bret´s (Gesang) Vater ist tatsächlich ein Bischof oder so was ähnliches. Er hat also seine ganze Kindheit in einer sehr sehr religiösen Umgebung verbracht.
S: In den letzten Jahren sind auch in Deutschland viele Christliche Bands gerade aus der Hardcore-Szene bekannt geworden. Hat dieser religiöse Background euch in irgendeiner Weise im Songwriting beeinflußt?
J: Sicher beeinflußt dich alles was um dich herum passiert - ob man will oder nicht. Aber ich glaube nicht, daß es direkt Einfluß auf unsere Musik hat.
S: In der Vorbereitung auf dieses Interview bin ich natürlich auch über eure Homepage gestolpert und ich muß sagen, daß ich selten eine so perfekt durchgestylte Seite gesehen habe. Woher kam die Idee für die Luftballons und soweiter?
J: Unser Freund Alex Pardee, der auch unsere Alben designt hat, ist dafür verantwortlich. Wirklich unglaublich was er drauf hat. Uns gefällt einfach alles was er macht.
S: Eine witzige Sache, die ich auf eurer Homepage gefunden habe, ist ein Link zu einem Klingelton Provider. Hier in Deutschland war in letzter Zeit ein absoluter Ringtone Overkill -speziell bei MTV. Alle sind echt genervt, wenn man das Wort nur hört. Was hältst du denn von dieser seltsamen Art, Musik zu vermarkten. Ist das nur ne neue Form von Merchandising, oder ist es für euch wirklich noch Spaß?
J: Ich wußte gar nicht, daß das hier so übertrieben wird. In den Staaten ist das kein so großer Markt. Es ist halt witzig, wenn dich jemand anruft und dann kommt dein Lieblingslied. Darum wollten wir halt auch die Möglichkeit geben, unsere Songs für unsere Fans als Klingelton anzubieten. Mehr nicht.
S: Wie sieht die nähere Zukunft für The Used aus? Was macht ihr nach der Tour?
J: Wir werden erst mal richtig Ferien machen und natürlich anfangen neue Songs zu schreiben. Viele Bands arbeiten ja schon auf Tour an neuen Songs, aber das läuft bei uns nicht. Wir brauchen einfach das Gemeinschaftsgefühl im Proberaum um zu uns zu finden und gemeinsam gute Songs zu schreiben.
S: Vielen Dank für das Interview und viel Spaß bei euren letzten Dates in Deutschland.
J:
OK. Take care.