Am 14. Mai 2004 hatten Adrian und Daniel vom E-Zine corezine.com, im Rahmen der „Anti-Covance“-Benefizshow in Münster, die Ehre mit Andre und Tom von Maroon über ihre Vergangenheit ihre Pläne und ihre Berufung zu sprechen.

Adrian: Eure Texte drehen sich ja größtenteils um die Notwendigkeit des veganen Lebens, das drogenfreie Leben und um all das, was in der Welt schief bzw. falsch läuft. Wollt ihr die Leute damit offen dazu zwingen, sich dem anzuschließen oder ist euer Ziel dabei eher, ihnen lediglich einen Denkanstoß zu geben?
  
Tom: Natürlich wollen wir keinen zwingen. Auf der neuen Platte gehen die Texte auch nicht mehr so stark in die Richtung. Die Message von den meisten Songs ist immer noch dieselbe aber wir haben sie halt anders verpackt, weil uns viele Leute immer wieder vorgeworfen haben, wir wären plump. Deswegen haben wir viel geändert. Wir wollten eigentlich nie irgendjemanden zu irgendetwas zwingen.
 
Andre
: Weil es ja direkt der falsche Weg ist, einfach jemanden zu etwas zwingen zu wollen.
  
Adrian: Also würdet ihr euch auch nicht als militant oder etwas dergleichen bezeichnen?
  
Andre: Für uns ist das ein anderer Schuh. Die Aufklärung nach Außen, unsere Musik, ist eine Anregung zum Denken. Das ist natürlich in erster Linie am wichtigsten, sie sollen sich mit den Themen beschäftigen. Daraus resultiert für uns einfach, dass man provozieren muss, was wir auch gerne mit Zielstrebigkeit machen um die Leute auch einfach mal vor den Kopf zu stoßen. In unserer ersten CD, der Captive in the Room of the Conspirator, steht ja auch, dass wir denken, dass dieser Arschtritt für die meisten der Leute sein muss, sonst würden sie gar nicht auf dieses Thema kommen. Und wie Tom schon sagte: Es ist in der neuen CD einfach die logische Fortführung textlich gesehen. Die Message ist einfach besser, nein eher anders verpackt. Und damit ist für uns der nächste Schritt in der Richtung, auch einfach die Radikalität damit auszudrücken. Das wir militant sind hat mit uns als Person was zu tun und nicht als Band. Da ist jeder für sich…
  
Adrian: Kurzum: Militanz weniger als Ausdruck der Band als persönlich.
 
Andre: Die Texte schon, das ist ja klar, das ist ja die Band aber persönlich, denke ich mal, Radikalität oder Militanz interpretiert jeder von uns anders.
 
Adrian: Wo wir beim Thema Texte sind: Sind das eher persönlichere Sachen oder halt ein Statement von der ganzen Band?
 
Andre: Also Tom und ich schreiben halt die Texte und ich denke zu 90 % ist das schon, was in unseren beiden Köpfen vorgeht! Und ich denke schon, dass wir damit ziemlich konform in der Band laufen. Das heißt nicht, dass jeder von uns die Meinung des anderen gleich ohne zu Hinterfragen akzeptiert und alles ist gleich bei uns aber gerade bei so einem Gebiet wie Veganismus und Straight Edge gibt es auch einfach nicht immer einen Nenner. Da gibt es halt Dinge wie „Ich leg das anders aus“, oder „Ich denke ich bin vegan esse aber halt trotzdem das und das,…“. Sowas gibt’s aber bei uns halt nicht. Wir kennen uns allerdings so lange, da denk ich mal, dass wir beide gut für die anderen mitsprechen können.
  
Tom: Es gibt keinen Text, bei welchem einer aus der Band sagen würde, dass sie nicht dahinter stehen. Keiner würde sich davon distanzieren.
 
Adrian: Dann wollen wir mal zu Frage Zwei: Wie sieht es in eurer Homebase Nordhausen aus? Gibt es dort eine Vegan Straight Edge Szene? Falls ja, wie groß ist sie? Und, was einen dabei ja wirklich interessiert, seid ihr maßgeblich dafür verantwortlich, dass sie diesen Schritt gegangen sind?
  

Tom & Andre: Ja!
  
Andre: Wir haben schon oft gesagt, als wir angefangen haben, diese Musik zu spielen, diese Texte zu schreiben, gab es bei uns in der Region gar nichts dergleichen. Es gab ein paar Oldschoolbands, ein paar Punkbands aber in dem Sinne gab es keine funktionierende Szene. Es gab die Musikrichtung nicht, wir standen wirklich allein auf weitem Flur.
  
Tom: Es gab bei uns in der Nähe ja nicht mal Metalbands. Wenn dann halt nur Punk oder Oldschool. Wir haben auch die ersten 1 ½ Jahre meistens nur mit Punkbands zusammen gespielt. Und ich schätze wir waren in einem Umkreis von 50 km die einzigen die überhaupt wussten, was vegan ist.
  
Andre: Die nächsten waren Heaven Shall Burn in Saarfeld. Danach hat man auch stetig gesehen, es kommen immer mehr Leute aus unserem Freundeskreis auch die, die man nur entfernt kannte, die sich mit dem Thema beschäftigt, was ja auch das anliegen unserer Platte und Anliegen der Band war, haben sich mit dem Thema Veganismus und Straight Edge beschäftigt. Wobei wir unterscheiden müssen: Wir wollten mit der Platte niemanden dazu Aufrufen, dass er Straight Edge wird. Es ist nur unsere Sichtweise der Welt. Hingegen das Ding mit dem Veganismus ist uns schon sehr wichtig um mal zu sagen „Hey, denk doch mal nach!“. Wenn einer denkt, er müsse sich mit Lungenkrebs hinrichten, dann bitteschön! Das ist nur ein Ding, mit dem gefährdet er sich selbst und den Veganismus nicht zu beschreitent, damit tut er sich nichts selbst sondern ist einfach nur zu faul und gefährdet eben andere. Es war uns schon wichtig diese Sache in unseren Freundeskreis und auch in unseren entfernteren Bekanntenkreis einzubringen und man sieht, es war phänomenal! Wir haben Shows gespielt mit 200 Leuten, mit 300 Leuten.
 
Adrian:  Also hat sich das ganze etabliert?
 
Andre: Es hat sich etabliert wie überall Vegan Straight Edge. Es gab viele, es sind ein paar abgegangen, es gab weniger und es wird welche geben, die neu dazukommen werden. Einen Haufen Kids gibt es die jetzt wieder Interesse am Veganismus finden auch am Straight Edge. Aber nicht unmittelbar, also man kann jetzt nicht sagen, dass jeder der Straight Edge lebt Vegan ist und umgekehrt. Aber man kann schon sagen, dass es nie eine Szene gab, die es nun aber gibt.
 
Adrian: Ist die gerade angesprochene Szene bei euch aktiv? Wie wir jetzt auch hier in Münster am Beispiel Coveance sehen. So in der Richtung?
 
Andre: Es gibt aus der Szene ein paar Leute, die aktiv sind. Ich denke mal unsere Szene ist nicht offiziell aktiv die mögen es eben inoffiziell, illegale Sachen zu machen. Also es ist schon eine aktive Szene, würde ich schon sagen. Und zumal zum politischen Sektor allgemein: Nordhausen ist eine Antifaschistische Hochburg, also auch so was in der Richtung. Da haben wir nicht so viel maßgeblichen Anteil aber es gibt auf jeden Fall viele Aktivitäten.
 
Adrian: Mit dem anstehenden Album "Endorsed by Hate" habt ihr euch ja wirklich um 200% nach vorne befördert.
 
Andre: Danke!
 
Adrian: Ganz klare Metalschiene, die ihr da fahrt. Wie kam dieser Schub zustande?
 
Andre: Es ist einfach wie man es schon lyrisch gesagt hat, musikalisch einfach die Weiterentwicklung. Wir hatten nie Ansprüche, wie: „Wir schreiben jetzt das und das Album“, „Wir schreiben jetzt ein Metalalbum“, „Wir schreiben jetzt ein Trashmetalalbum“, wie auch immer. Wir haben immer gesagt wir machen nicht noch mal Antagonist, also ein Antagonist Zwei. Das war uns wichtig.
 
Tom: Wobei wir mit Antagonist auch nicht mehr zufrieden sind, so wie es jeder Band geht.
  
Andre: Ja neue Ansprüche an den Sound, die Produktion, manche Spielarten. An manche Fehler die wir wirklich noch gemacht haben. Ja zum Beispiel „Stillborn“ auf der letzten Platte hat die Richtung ja schon etwas angesagt. Das war so der letzte Song, der gerade noch auf die Platte gekommen ist. Und der war ja schon in die Richtung von Endorsed by Hate.
Die ersten Songs die wir für Endorsedby Hate geschrieben haben, hätten auch noch auf die Antagonist gepasst. Also nicht, dass das jetzt nun ein super Stielbruch war oder ist, nach dem Motto, wir machen jetzt etwas völlig anders.
  
Adrian: Nein, so ist die Sache auch nicht angekommen.
 
Andre: Es ist wirklich so, dass wir uns früher nicht getraut haben, rein technisch guten Metal zu spielen, es ist wirklich schwer. Also die meisten Metalcorebands in Europa sind einfach zu schlecht um das Banner „Metal“ zu tragen. Deswegen haben wir uns nie getraut zu sagen „Wir machen jetzt ne Metalplatte“.
  
Tom: Sagen wir jetzt auch nicht, dafür sind wir auch noch nicht gut genug.
 
Andre: Alle außer ich kommen halt alle aus dem Bereich Deathmetal, Trashmetal, mit zehn Jahren angefangen, ich habs dann auch irgendwann mitgehört, weil wir ja Brüder sind haben wir dann fast immer dasselbe gehört.
 
Tom: Ja wir haben wirklich immer Death- & Thrashmetal gehört, mehr als alles andere. Aber wir haben halt mit Punkbands angefangen, weil man für ne Deutschpunkband nicht so die Fingerfertigkeit braucht um die Instrumente spielen zu können.
 
Andre: Ich hab damals in einer Punkband gesungen, die anderen haben Musik in einer anderen Punkband gemacht. Damit fängt man halt an.
 
Tom: Damals war es uns halt nur wichtig ne Message rüberzubringen und heute konzentrieren wir uns eben auch musikalisch. Die Message ist natürlich noch da…
 
Andre: …eben nur besser verpackt, in einem besseren musikalischem Umfeld.
 
Tom: Früher haben wir uns halt nur gedacht: Ist doch egal, wenn da ein Fehler in dem Song ist, Hauptsache die Message stimmt. Und heute denkt man eben, ein Fehler darf nicht drin sein. Musik und Message müssen eben beides stimmen. Ne schlechte Platte mit einer guten Message erreicht nicht genug Leute.
 
Andre: Und wenn man sich mit Endorsed by Hate ein wenig Zeit nimmt, wird man auch erkennen, dass es nicht nur ne reine Metalschine oder Metalcore Platte ist. Man merkt eben auch, dass wir aus jedem unserer Musikstile, die wir gerne hören, die wir selber gerne machen einfach das Beste rausgesucht haben und dies einfach raus zulassen. Und wir wollten eben auch, das war uns wichtig, eine abwechslungsreiche Platte machen. Wir hatten auch diesmal keine Angst vor Keyboards. Hätten wir früher nie gemacht, weil wir gedacht haben, es passt nicht zu uns, was werden die Leute sagen und diesmal hieß es der Producer war der richtige Mann für uns, das Studio war das richtige für uns und wir haben im Proberaum gut Vorarbeit geleistet. Es konnte für uns nur eine gute Platte werden.
 
Adrian: Also kann man sagen, dass Endorsed by Hate im Grunde eine Mixtur aus euren eigenen Interessen und Gefühlen und Statement als Band ist?
 
Andre: Ja.
 
Adrian: Man munkelt, dass ihr wirklich alle eure Ausbildung, Studium usw. abgebrochen habt, um nun ein Jahr lang durch die Welt zu touren. Stimmt das überhaupt? Eure Einstellung in Ehren, wenn das stimmt, aber findet ihr das nicht ziemlich riskant?
 
Andre: Das stimmt auf jeden Fall. Wir haben alle unsere Studien abgebrochen.
 
Tom: Das geht aber auch schon länger. Also seit ende letzten Jahres macht keiner von uns mehr etwas in diese Richtung.
 
Andre: Wir machen Musik und wir machen Jobs um uns über Wasser zu halten. Es stimmt also auf jeden Fall und es ist auch riskant, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
 
Adrian: Also seht ihr auf jeden Fall eine weitere Zukunft darin?
 
Andre: Ja.
 
Tom: Also solange es halt geht. Wenn nicht, dann müssen wir uns halt noch um etwas kümmern.
 
Andre: Es war für uns einfach der nächste Schritt, den wir als Band machen. Um einfach zu sagen: Wir machen es solange, … entweder, oder.
 
Adrian: Also seid ihr zu 100% dabei?
 
Andre: Für uns gibt es nur noch die Band. Das kann man allerdings auch umgekehrt daran sehen, dass unser Gitarist Marc uns für die kommende Tour komplett verlassen wird. Wir haben allerdings schon einen neuen Gitaristen für die Tour, weil er diesen Schritt nicht gehen möchte. Er sagt, er muss seine Prüfungen schaffen und er kann es sonst finanziell nicht machen.
 
Tom: Um etwaige Diskussionen im Vorfeld zu entkräften: Der neue Gitarrist ist auch vegan straight edge.
 
Adrian: Aber ihr respektiert Marcs Entscheidung?
 
Andre: Ja natürlich! Es hieß voriges Jahr im September, November, wir wollen so weitermachen und noch Kohlen drauflegen und da konnte sich jeder ein, zwei Monate Gedanken machen. Wir haben dann die Planung von MAD bekommen und wussten dann, was die mit uns vorhaben. Und da haben wir dann zugestimmt.
 
Tom: Wir hatten ja vorher schon recht viel zu tun und oftmals mussten wir Sachen absagen, wegen irgendeinem Job. Wir waren nun an dem Punkt, wo wir uns entscheiden mussten: Entweder Musik als Hobby und einmal in der Woche irgendwo spielen oder Musik wie wir sie halt machen wollen. Zu 100% dabei zu sein.
 
Andre: Das ist genau das Ding was wir machen wollten, ich spezielle seit dem ich Denken kann.
 
Tom: Seit ich 11 bin spiele ich in irgendwelchen Bands und nie hat es wirklich etwas gebracht und jetzt sehe ich wenigstens einen Hauch einer Chance.
 
Andre: Wir verzichten auf Essen, Trinken, Klamotten und große Wohnungen um eben diesen Traum, dieses Vorhaben zu realisieren.
 
Tom: Es ging auch nicht mehr anders.
 
Andre: Ja, die Angebote sind da,…
 
Tom: …wir hatten ja noch so viel zu tun. Wir mussten uns drei Monate nur auf die Platte konzentrieren. Immer Proben,…wir mussten auch oft zum Studio,…wir mussten uns einfach entscheiden.
 
Adrian: Also geht es nun nicht darum aus Musik Geld zu machen, sondern von der Musik zu leben?
 
Andre: Wenn man aus seinem Hobby Geld verdienen kann, ist es natürlich das Beste.
 
Tom: Wir denken nun nicht, dass wir so bekannt werden und Platten ohne Ende verkaufen und Millionen verdienen. Da wissen wir, dass das nie passieren wird! Bloß wir haben alle die Einstellung, dass wir keinen Bock haben von sieben Uhr in der Früh bis nachmittags um Fünf für irgendeinen fetten Typen zu arbeiten. Das wir halt auf irgendeine andere Weise unser Geld verdienen.
 
Andre: Und wenn es nicht soviel ist, wie in einem normalem Job rumkommt, dann ist uns das auch scheißegal.
 
Adrian: Kommen wir zur nächsten Frage: Wie lange habt ihr euch schon dem Vegan Straight Edge verschrieben?
 
Andre: Also ich bin jetzt 11 Jahre Straight Edge.
 
Tom: Ich etwa 9.
 
Andre: Also alle so im Durchschnitt etwa 10 Jahre Straight Edge und acht Jahre Vegan.
 
Adrian: Wie alt seid ihr jetzt?
 
Andre: Ich bin 30. Und der Rest ist so 24 im Schnitt.
 
Adrian: Gut, kommen wir zur nächsten: Ich kann mich noch wage an eine Stelle im Booklet eures letzten Albums erinnern, indem ihr geschrieben habt, dass ihr direct action unterstützt. Hattet ihr schon mal Probleme deswegen?
 

Andre: Ja, massiv eigentlich. Zur Captive Zeit sind uns eine menge militanter Aktionen von der Polizei einfach angehangen worden.
 
Tom: Wenn eine neue CD raus kam, lag die auch direkt bei den Bullen.
 
Andre:Also wir hatten monatlich bis wöchentlich Vorladungen wegen etwaiger Sachen. Sachen die halt militante Veganaction waren oder auch Antifamäßige Aktionen. Das wurde bei uns alles über einen Kamm geschert, weil man dachte, dass käme alles aus unserer Ecke. Also wir wurden schon eingeladen zu den Bullen und mussten unsere eigene CD rechtfertigen. Mit Auszügen aus den Texten und sollten uns dazu äußern. Das gute und lustige daran war, dass die nicht wussten, dass wir Teil der Band sind. Also die haben unseren Gitarristen vorgeladen und gefragt „Kennen Sie diese Band?“, „Kennen Sie diese Texte, können Sie uns etwas über diese Leute sagen?“. Es war schon echt massiv damals. Es gibt sogar eine SOKO seit Antagonist für Rechts, Links, Tierrecht und Erdbefreiung!
 
Adrian: Das gibt’s nicht! (entsetzt)
 
Andre: Doch!
 
Adrian: So was gibt es wirklich?
 
Tom: Also nicht wegen der Platte,…
 
Andre: …aber so seit der Zeit!
 
Adrian: Aber die SOKO hat sich mit ihr beschäftigt?
 
Tom: Ja seit der Antagonist sind es halt eine Menge Kids, die Vegan und Straight Edge geworden sind und die dann auch ein paar Actions gemacht haben, so denke ich es mir zumindest, genau weiß ich das ja auch nicht.
 
Andre: Deswegen wird uns auch immer nachgesagt, wir würden aufrufen zu Gewalttaten, wir würden offiziell sagen „Macht so etwas!“.
 
Adrian: So etwas wird einem ja schnell angehangen. Gehen wir weiter zur nächsten Frage: Immer öfter liest man anstelle des altbekannten X Maroon X einen Bandnamen ohne symbolträchtige Xe, hat es damit etwas auf sich oder sind beide Schreibweisen aktuell?
 
Andre: Es geht einfach um die selber Labelung unseres Namens. Wir wollen halt wirklich mit unserer Message, mit unserem auftreten, mit der neuen CD neue Leute, andere Szenen ansprechen. Und ein X im Schriftzug labelt dich einfach als Straight Edge Band und viele andere Leute würden dir nicht mal ansatzweise die Chance geben deine Message zu äussern und dir zuhören. Sie werden sich nicht mit deiner Band beschäftigen, nicht mit deinen Texten. Wenn ich damit eine Millionen Leute erreichen würde, ist es natürlich viel, viel besser wenn sich eine Million Leute mit einem Vegan Straight Edge Text auseinandersetzen als nur um den Leuten zu zeigen die uns kennen, das wir Vegan Straight Edge sind und es immer bleiben werden. Es war für uns einfach ein logischer und konsequenter Schritt. Wir verleugnen es dadurch ja nicht, es bleibt im Grunde ja alles, wie es ist.
 
Adrian: Man liest halt nur dann und wann mal X Maroon X und dann wieder nur Maroon.
 
Tom: Nun gut, dass sind eben die Veranstalter, die wissen ja nichts von unserer Idee, die dahinter steckt. Wir haben jetzt schon mittels der Bandinfos unser neues Bandlogo rausgeschickt, damit halt auch nur noch das benutzt wird. Das Problem an den Xen war halt meiner Meinung nach auch, nicht nur das man einen direkt als Straight Edge Band abgestempelt haben, das wäre ja nicht das größte Problem gewesen. Aber dadurch waren wir dann gleich Schläger, die Rauchern eins auf die Fresse hauen. Und solche Gerüchte gab es halt auch deshalb. Leute wie Earth Crisis hatten ja auch diese Problem, die hatten einen übelst schweren Stand, Jahre lang. Es ist auf keinen Fall, das wir es leugnen wollen,…
 
Andre: …oder das wir es nicht mehr sind.
 
Adrian: Also einfach, um mehr Publikum zu erreichen?
 
Andre & Tom: Ja.
 
Andre: Einfach nur um, ist zwar doof das Wort an dieser Stelle, aber um konform zu sein. Um für alle Szenen da zu sein.
 
Tom: Wir hätten auch nicht gedacht, dass es so große Probleme mit sich bringt. Es werden halt immer noch Lügen über uns erzählt, das wird auch nicht aufhören. Sachen wie, wir hätten Leute mit Baseballschlägern verkloppt, die Lederschuhe anhatten und geraucht haben.
 
Andre: Jeder der eine Geschiche über Maroon kennt, meint zu wissen, wer Maroon ist und das wird sich leider auch nicht ändern. Das ist es was es zu sagen gibt, wir sind Maroon und eben auch X Maroon X, da kann sich jeder nehmen was er will.
 
Adrian: OK. Euer anhaltender Erfolg ist nicht abzustreiten, hat es sich dadurch etwas in eurem Bekanntenkreis verändert, gibt es Neider oder belagernde Groupies?
 
Tom: (lacht) Schön wär’s! Also wir merken davon gar nichts!
 
Andre: Ne!
 
Tom: Also vor der Platte haben wir gedacht, wir wären schon wieder „out“ und es interessiert schon wieder keinen, was wir eigentlich machen und ob wir eine neue Platte machen! Ich meine, bei uns auf dem Dorf bekommt man sowieso nichts mit. Nicht mal unsere Eltern wissen, was wir machen.
 
Andre: Es gibt bestimmt eine menge Leute die neidisch sind. Wir sind aber auch eine Band die sich nach Außen hin einen Scheißdreck darum kümmet, was wieder auf welchem Messageboard geschrieben wurde, wer wieder irgendeine Meinung über unsere neue Platte hat, wer meint uns so gut zu kennen, uns einschätzen zu können, dass wir uns jetzt so verändert hätten. Ob es jetzt der Musik halber ist, oder weil ich schon 30 Jahre alt bin. Es ist aber auch ganz normal, dass sich ein Mensch verändert. Wir Tom schon sagte, wir sind uns nicht mal bewusst, dass wir Erfolg haben. Wenn wir jetzt auf Sony oder CenturyMedia wären und 15 Millionen Platten verkaufen würden und mit einem Privatjet herumfliegen würden, dann wäre das Erfolg, wie man ihn sich allgemein vorstellt. Für mich ist es so cool auf eine Show zu kommen oder durch die Stadt zu laufen und jemanden zu treffen, der mir fremd ist und er hat ein Maroon T-Shirt an.
 
Tom: Es ging für uns auch gar nicht an, als wir nach 1 ½ Jahren weiter weg als 50 km von zu Hause gespielt haben.
 
Andre: Wir folgen nach Brasilien, 10 000 km, und spielten Shows und es waren die besten unseres Lebens. Es waren teilweise 1000 Leute auf Shows, Leute die die Antagonistplatte wortwörtlich auswendig konnten. Das ist für mich Erfolg, da denke ich einfach „Das ist das Beste!“! Es ist einfach das geilste mit Leuten zusammenzusetzen und zu hören wenn sie sagen, „Hey eure Platte hat mich animiert mich über Veganismus zu informieren, eure Platte hat mich einfach dazu gebracht nachzudenken, was ich jeden Tag anrichte, wenn ich Fleisch in mich hereinpumpe.“. Zum Beispiel. Das ist Erfolg. Und Groupies und so was interessiert uns wirklich einen Scheiß. So was gibt es gar nicht, das ist ein Rock’n’Roll Märchen. Das gab es vielleicht mal bei Mötley Crüe und Metallica
 
Tom: Für uns war Erfolg schon, wenn einer aus den Niederlanden unsere CD hatte! Das war für uns schon unglaublich.
 
Andre: Ich denke wir sind ganz gut auf dem Boden geblieben. Wir haben ja auch keinen Grund abzuheben. Da haben wir auch kein Interesse dran.
 
Tom: Wir haben auch E-Mails bekommen, wo uns Leute mitgeteilt haben, wie wichtig wir für sie sind.
 
Andre: Das macht einen dann natürlich schon stolz.
 
Adrian: Ich denke da können wir beide uns aber bewusst zu zählen.
 
Andre: Ja, so was finden wir auch viel, viel cooler als sonst was!
 
Adrian: Ich denke ich spreche da nicht für wenige, wenn ich sage, dass es schon einen großen Teil unseres Lebens ausmacht.
 
Andre: Ja und so was ist perfekt! Wenn ich so was höre könnte ich direkt flennen. Es könnten 20 Groupies kommen, da würde ich mich lieber mit euch irgendwo hinsetzten und über den Kram erzählen: Was ihr macht, was wir machen. Ich meine, ihr seid genau dieselben Leute wie wir: Ihr liebt die Musik,…
 
Tom: … ihr seid vegan,…
 
Andre: … und bei uns ist es ja nicht anders. Wir haben und auch mal zusammengefunden und gesagt, wir machen jetzt mal Musik.
 
Tom: Wir sind auf einem 2000 Mann Dorf groß geworden. Wenn ich heute Leute aus meiner alten Klasse treffe, die wissen nicht im Entferntesten was ich mache. Da heißt es dann nur immer „Willst du nicht mal ein Steak essen?“. Und solche blöden Sprüche.
 
Adrian: Ja, damit haben wir alle zu kämpfen.
 
Tom: Und die haben auch keine Ahnung. Die wissen nicht wie es ist in Brasilien zu spielen. Und es ist für uns schon jetzt unfassbar, was wir erreicht haben.
 
Andre: Ja, es macht uns so einen Spaß und das ist das allerwichtigste! Wir sechs Leute, die wir sind, wir haben einfach miteinander soviel Spaß. Wir sind jetzt drei Monate auf Tour und jeder freut sich darauf. Wir wissen, wir sehen unsere Freundinnen nicht, unsere Familien nicht, aber es ist egal, denn wir können so machen, was wir wollen.
 
Tom: Wir sind ja jetzt auf Tour, spielen viele Shows mit Hatebreed, mit Terror.
 
Andre: Ja mit solchen Leuten, das ist für uns eben auch Erfolg. Eben aber auch die ganz kleinen Dinge, jeden Tag.
 
Adrian: Was ratet ihr allen, die sich durch euch animiert fühlen Vegan bzw. Straight Edge zu leben?
 
Andre: Sie sollen ihr Ding durchziehen. Sie sollen sich von keinem reinreden lassen! Wenn dann nach einem Monat eine neue Band kommt, die sagt „Straight Edge ist echt wichtig, aber wir sind alle Fleischfresser“, dann sollen sie nicht auf den nächsten Zug aufspringen. Sie sollen sich auf jeden Fall weiter informieren, denn wenn man mit Bewusstsein durchs Leben geht, dann kommt man am Veganismus nicht vorbei! Das Straight Edge Ding ist wirklich ne sehr persönliche Sache, dass muss jeder mit sich selbst ausmachen! Ob man es nun kurz oder lange macht, das ist völlig egal!
 
Tom: Wir finden, dass es eine gute Sache ist, Straight Edge zu sein, aber man tut im Endeffekt niemandem weh, wenn man es nicht ist.
 
Andre: Außer sich selber. Aber grundsätzlich soll man sich treu bleiben!
 
Tom: Ich kann mir vorstellen, dass es schwierig ist, wenn man alleine damit ist, auf irgendeinem Dorf z.b.! Aber sobald man drei, vier Freunde hat… Die Freunde sind halt das wichtigste: Zusammenhalten! Dann geht das auch!
 
Andre: Auch um das Thema weiterzugeben. Um mal zu sagen „Hey Jungs, denkt doch mal drüber nach, lasst uns doch mal drüber quatschen“. Man muss allerdings auch mit der anderen Seite Leben, wir hören uns jede Woche irgendetwas an, aus dem Internet aber auch persönlich. Wir müssen auch mit Beschimpfungen leben. Ich meine, wir sind die guten, dass muss man sich mal vor Augen halten! Das ist wirklich so! Wir sind die normalen! Die guten und wir machen, was eigentlich jeder machen müsste! Es müsste verboten oder super teuer sein, Fleisch zu kaufen! Man soll nicht denken, man müsse sich vor allen rechtfertigen, Ausreden einfallen lassen oder verheimlichen, dass man vegan ist, nur weil einen ein paar Freunde aus der Klasse einladen zum Grillen und alle Fleisch essen. Umgekehrt: Die müssten mir jedes Mal erklären warum sie Fleisch essen! Und das muss man sich einfach immer wieder vor Augen halten, dann funktioniert das auch!
 
Tom: Na ja und auf jeden Fall der Sache treu bleiben. Konsequent sein und nicht am Anfang gleich so rumprahlen und dann nach zwei Wochen: Sell out! Es gibt nichts Peinlicheres als Leute die …
 
Andre: …am lautesten geschrieen haben. Denen ist heute nichts mehr wichtig, nichts mehr heilig!
 
Tom: Treue, Loyalität nicht nur zu Vegan Straight Edge auch zu Freunden. Man muss zu sich stehen!
 
Andre: Zu seinen Entscheidungen stehen, stolz zu sein, was man macht!
 
Adrian: Also ist sind das so die größten Werte in eurem Leben: Treue, Loyalität, Freundschaft?
 
Andre: Ja, seiner Freundin ehrlich und offen gegenüber zu sein. Ganz einfach. Keine Leute überreden oder belügen! Das passt auch einfach nicht zu uns.
 
Tom: Und einfach immer wieder drüber nachdenken. Und wenn es mal hart kommt, es gibt ja manchmal Zeiten in denen man zweifeln könnte, bei uns ist das nun nicht mehr der Fall, weil es einfach normal geworden ist,…Aber manchmal gab es da schon Zeiten in den man sich gefragt hat, wofür man das ganze macht, aber dann muss man sich ins Bewusstsein rufen für was man das ganze macht! Dann muss man sich halt Bilder angucken von gequälten Tieren.
 
Andre: Keine Minute, das dauert maximal 10 Sekunden und man weiß es wieder,…
 
Tom: Ja, man muss nur drüber nachdenken! Und dann geht das auch schon!
 
Adrian: Gut, zwei Fragen hab ich noch an euch! Ist das eure erste Aktion gegen das Tierversuchslabor Covance und was haltet ihr von Benefizkonzerten wie diesem?
 
Andre: Wir sind definitiv positiv eingestellt zu solchen Konzerten. Aber da ist nun dieser Zweispalt bei uns, dass wir davon leben müssen und dennoch Benefizkonzerte spielen, wie man auch heute hier sieht. Da sehen wir uns als Band aber auch in der Verpflichtung.
 
Tom: Das Problem jetzt ist allerdings schon, dass wir auswählen müssen, weil wir nicht fünf Tage hintereinander Benefiz spielen können, weil wir dann unsere Miete nicht mehr bezahlen können! Aber wenn es halt möglich ist,… Der Weg hierher war auch nicht so weit, daher machen wir das auch.
 
Andre: Sobald das möglich ist und wir nicht Unmengen Geld verlieren sind wir auch da. Es ist uns halt superwichtig. Die Leute freuen sich genauso auf uns, wie wir uns auf sie. Wir kommen schließlich aus einer Szene, da muss man sich einfach unterstützen. Das weiß unser Tourbucher auch.
 
Tom: Wir haben ihnen gesagt, das ist halt unsere Gage für die wir spielen, aber bei Benefizkonzerten immer melden!
 
Andre: Das ist uns ganz wichtig, gerade solche Sachen! Das ist zwar unsere erste Show in der Richtung, gegen Covance eben. Aber wir haben schon massig Benefizkonzerte gespielt. Jeder Pfennig, der durch uns so einer Organisation, wie den Tierbefreiern, zu Gute kommt ist einfach das Wichtigste an unserer Kohle. Da kann man wirklich ein ganzes Wochenende auf sein Geld verzichten! Wenn die Leute mit dem Geld wirklich gute Sachen machen!

Tom: Ich muss auch ehrlich sagen, ich wusste nicht was das hier heute genau ist, aber ich wusste halt, dass es gegen Tierversuche ist! Der Zweck ist einfach gut!
 
Andre: Ja, sobald es in die Richtung geht! Wir haben vor zwei, drei Wochen noch für Krebskranke Kinder gespielt, damit die zu Hause gepflegt werden können, für die letzten Stunden, wenn sie sterben und es absehbar ist. Und so was ist uns halt auch wichtig.
Es muss schon halt was richtiges sein, wir spielen nun nicht für jeden auf seiner Geburtstagsparty!
 
Tom: Es gibt halt auch Leute die uns anschreiben und eine Benefizshow machen wollen und zwei Antifaaufkleber hinlegen um zu sagen es wäre eine Benefizshow nur um uns keine Gage zahlen zu müssen.
 
Andre: Wir müssen leider schon selektieren.
 
Tom: Wir wussten wir ja um was es geht. Hier gab es ja im Vorfeld genug Informationen! Deswegen wussten wir auch, dass es wirklich Benefiz ist und das Geld dahin geht, wo es hingehen soll! Da haben wir halt nicht lange gefackelt!
 
Adrian: Kommen wir zur letzten Frage: Wie sehen eure weiteren Zukunftspläne aus? Habt ihr Erwartungen?
 
Andre: Touren und touren, die Platte zu supporten so gut wie es geht.
 
Tom: Im Winter eventuell schon ne neue Mini-CD raus zubringen.
 
Andre: Ja, die aufzunehmen und die noch besser werden zu lassen.
 
Tom: Mit einer Überraschung vielleicht! Zu der wir noch nichts verraten!
 
Andre: Ja mit einer musikalischen Überraschung! Da kann man auf jeden Fall gespannt sein! In Zukunft ist mir halt wichtig, dass wir das Gebilde Maroon so gut wie möglich zusammenhalten! Das wir das, was wir vorhin schon erklärt haben, die Band, die Freundschaften, und alles was mit der Band, Musik und Einstellung entsteht …das ist uns am wichtigsten. Versuchen daraus unseren Lebensunterhalt zu ziehen das wir nicht für irgendeinen Superkapitalisten unseren Arsch hinhalten müssen. Unser Ding zu machen, auch wenn es schwer ist. Spielen, spielen, spielen und eine gute Liveshow hinlegen! Wir sind fanatisch gerne auf der Bühne, wir spielen so gerne Live, dass wir es gar nicht erwarten können. Die Welt zu sehen. Rock in Rio vor Hundertausend Leuten zu stehen und denen zu sagen „Hey, denkt doch mal drüber nach was ihr jeden Tag anrichtet, wenn ihr in euer Schnitzel kauft!“ Und wenn davon nur 10 % anbeißen und ansatzweise drüber nachdenken. Das wäre das geilste! Das wäre so ein Zukunftsding. Bei MTV oder VIVA eine Stunde zu haben und eine Stunde lang die krassesten Foltervideos von Tiere zu zeigen. Um einfach mal Millionen Menschen zu zeigen, dass das wegen ihnen passiert. Dann werden Millionen sagen „Vollscheiße! Was wollt ihr von mir, das will ich gar nicht sehen, nichts davon wissen, haut ab!“, aber wenn dann immer noch ein paar Tausend überlegen, das wäre was Geiles! Aber wir wollen realistisch bleiben!  Ein Video drehen wollen wir auf jeden Fall auch und halt so viel wie möglich spielen!
 
Daniel: Wollt ihr dann auch Elemente die auf die texte bezogen sind mit in das Video einbauen?
 
Andre: Es gibt schon ein Konzept für das Video, was ich aber noch nicht weiter erläutern kann und will weil sich da auch vielleicht noch was ändern wird. Aber natürlich! Wenn man einmal das Medium nutzt und einmal die Chance dazu hat, bei VIVA oder für ONYX für fünf Minuten zu laufen, dann müssen wir in unserer Verpflichtung auf jeden Fall etwas dergleichen machen!
 
Tom: Wir werden uns nicht hinstellen und plump unsere Phrasen trashen.
 
Andre: Wir werden es einfach in ein schmackhaftes Video für jeden einbauen! Und wenn es den Leuten dabei vergeht…es zu nutzen um sie anzuregen „Ups, was war das gerade, was habe ich da gerade gesehen?“. Vielleicht interessieren sie sich dann! Das wichtigste ist, dass die Leute uns kennen, die CD kaufen und sich dann mit den Texten auseinander setzen!
 
Adrian: Dann bleibt mir nicht mehr viel übrig als mich für das Interview zu bedanken!
 
Andre: Ja danke noch mal für das fette Review, wegen Leuten wie euch gibt es uns doch nur! Wenn es keine Leute geben würde, die uns gut finden würden, dann würden wir jetzt immer noch in unserem Proberaum sitzen! Es würde keinen interessieren und nur durch Support klappt das. Interviews sind dabei mit das fetteste!