Rechtzeitig vor dem Release ihres Albums „Burn The Flags“ trudeln hier bei mir die Antworten von Henke, dem Bassisten der jungen Schweden von By Night auf meine Fragen ein. Ein sympathisches Interview mit einer sympathischen Band:

Florian: Kannst ihr bitte kurz unseren Lesern die Band vorstellen…

Henke: Wir sind By Night von der Westküste Schwedens. Wir spielen Death/Thrash Metal mit Hardcore Einschlag. Unser neues Album erscheint auf LifeForce Records am 22.Februar. Hoffentlich sorgt es dafür, daß sich einige Leute in die Hose machen.

Florian: Als erstes möchte ich euch zu eurem Album „burn the flags“ gratulieren, es ist ein wirklich bemerkenswertes Debut geworden.

Henke: Vielen Dank! Wir sind sehr zufrieden mit der harten Arbeit, die wir in diesen Release gesteckt haben. Jetzt warten wir gespannt aber zuversichtlich auf die Reaktionen!

Florian: Ihr seid eine sehr junge Band, was meint ihr muß eine so junge Band im Hinterkopf behalten, um Erfolg zu haben? Wo seht ihr Unterschiede zu älteren Bands, glaubt ihr, es ist manchmal schwieriger?

Henke: Natürlich muss man, wenn man Erfolg haben will, viel Arbeit in die Band stecken und kann sich nicht nur drauf verlassen, daß einen ein Label an die Spitze bringt, denn der Wettbewerb ist heute so groß, daß wir überhaupt nicht wissen, wie die Reaktionen auf unser Full-Length sein werden. Wir wissen, daß wir einige Jahre hart arbeiten müssen, um eventuell in der Welt bekannt zu sein. Erfolg kommt nicht ohne Opfer, das richtige Timing und ganz viel Glück. Ich muß sagen, daß es früher einfacher war, als der Wettbewerb noch nicht so groß war wie heute, tausende von Bands, von denen viele gleich klingen. Aber für uns ist der Erfolg im Moment gar nicht mal das Wichtigste, wir spielen, weil wir Spaß daran haben, aber um immer Spaß daran zu haben, brauchst du sicherlich etwas Erfolg.

Florian: Eure Songs klingen sehr komplex und gut durchdacht. Wie arbeitet ihr an neuem Material? Wie schreibt ihr die Musik, wie die Texte?

Henke: Also in unserer Band hat jeder etwas zu sagen, natürlich halten wir uns dabei an die Demokratie. Die Musik schreiben hauptsächlich ich, André und Simon, oft kommt aber auch Per mit Ideen am Schlagzeug, bei denen wir dann anfangen. Wenn wir die Teile dann zusammenbringen, ist meistens die ganze Band dabei, bis auf unseren Sänger Adrian, der zu Hause sitzt und die Texte für den neuen Song schreibt. Oft geben wir ihm ein Tape mit dem neuesten Stück, dann schreibt er den Text dazu. Die Texte sind insgesamt nicht allzu persönlich, so dass die ganze Band dahinter steht. Wenn es einmal etwas an einem Text gibt, mit dem einer in der Band nicht einverstanden ist, kommt es nicht rein!

Florian: Wenn ich mir eure Platte anhöre, ist es nicht schwierig verschiedene Metalbands als Einfluss herauszuhören. Gibt es Hardcorebands, von denen ihr sagen würdet, daß sie eure Musik beeinflusst haben? Welche?

Henke: Eigentlich gibt es keine Hardcore Bands, die uns bei dem, was wir machen, beeinflussen. Trotzdem gibt es viele Bands, die wir gerne hören, so wie Refused oder Raised Fist. Darum klingen wir nicht unbedingt wie andere Hardcore Bands, die mir einfallen.

Florian: Mit LifeForce habt ihr eins der einflussreichsten europäischen Label auf eurer Seite. Wie kam das zustande?

Henke: In Schweden ist LifeForce nicht so bekannt wie in anderen europäischen Ländern. Trotzdem haben wir ihnen ein Demo geschickt, und sie haben uns per E-Mail angeschrieben. Wir wussten nicht viel über LifeForce, außer dass sie eine Menge guter Bands hatten und sehr um diese Bands bemüht schienen. Nach der E-Mail haben sie uns einen Vertrag geschickt, den wir noch etwas überdachten und danach unterschrieben. Wir glauben, daß wir echt Glück gehabt haben, daß wir bei LifeForce untergekommen sind, und ich hoffe, daß LifeForce danach in Schweden etwas bekannter wird.

Florian: Wie hat denn der Vertrag mit LifeForce und der damit verbundene Erfolg euer persönliches Leben verändert?

Henke: Nicht sehr. Wir sehen uns selbst immer noch als die kleine Band aus Falkenberg, Schweden. Natürlich war der Vertrag etwas, von dem wir alle immer geträumt hatten, aber wir haben gefühlt, dass nach dem Demo „Lamentations“, das auch an LifeForce geschickt wurde, so etwas kommen musste. Ich kann nicht sagen, dass wir uns nach der E-Mail und dem Vertrag nicht gefühlt hätten, als gingen wir auf Wolken, aber das war nur eine Woche oder so. Wir sehen uns selbst nicht als „die Band mit einem Vertrag“. Wir sind keine Rockstars.

Florian: Ich habe auf eurer Homepage gelesen, daß ihr auf der „We are the Enemy“ Tour auch Termine für Deutschland habt. Ward ihr vorher schon mal hier?

Henke: Vor Allem fahren wir nach Deutschland, um billiges Bier zu kaufen, aber als Band haben wir dort noch nicht gespielt. Das ist etwas, worauf wir uns sehr freuen. Als wir gehört haben, daß wir zum ersten Mal in unserem Leben im Ausland touren sollen, haben wir uns genauso gefreut wie über den Vertrag. Konzerte spielen, darum geht es uns, und dafür lohnt sich auch die ganze harte Arbeit!

Florian: Was erwartet ihr von den Shows in Deutschland?

Henke: Wir haben nicht die geringste Ahnung, aber das Publikum sollte von uns eine energische Performance und viele gute Songs erwarten. Wir haben gehört, daß die Leute in Deutschland ganz schön ausflippen können, das hoffen wir auch zu sehen, wenn wir da runter fahren.

Florian: Ich habe auch von einem Video gelesen, daß ihr für einen der Tracks aufnehmt. Was hat es damit auf sich?

Henke: Ja, wir haben tatsächlich ein Video gemacht (sehr einfach, keine teuren Spezialeffekte und so, nur purer Hardcore im Fernsehen) für den Song „between the lines“. Wir haben gedacht, daß das ziemlich gute Werbung für eine Band ist, wenn man sie im Fernsehen sieht. Ausserdem sieht es verdammt proffessionell ausJ

Florian: Was sind eure Pläne als Band für die Zukunft?

Henke: Wir werden weiterhin gute Songs schreiben und so viel wie möglich auf Tour sein. Wir sollten es ruhig angehen lassen, jetzut wo so viele Dinge passieren. Deswegen solltet ihr auf ein weiteres Album in ein, zwei Jahren gefasst sein!

Take it easy! /Henke